Zum Hauptinhalt springen

Engagierter Baufachmann und Politiker

Zum Gedenken an Robert Rietiker, 7. April 1931 bis 25. Oktober 2010. Maurmer Gemeinderat 1982 bis 1994, Präsident 1986 bis 1994.

Nachruf Von Hans Schweizer* Maur – Vor wenigen Tagen hat in der Kirche Maur eine grosse Trauergemeinde von Robert Rietiker Abschied genommen. Die grosse Teilnahme zeugte von der Wertschätzung, die sich Robert Rietiker in seinem erfüllten, vielseitigen Leben erworben hat. Robert Rietiker, 1931 in Zürich geboren, besuchte in Zürich-Albisrieden die Primar- und Sekundarschule. Als Sohn eines Schreinermeisters und als Nachfahre einer Schreinerdynastie, die ursprünglich aus Neftenbach stammte, absolvierte auch Robert eine Schreinerlehre. Anstatt die Schreinerei des Vaters zu übernehmen, ging er 1953 nach Kanada und später in die USA, wo er sich zum leitenden Architekten in einem Architekturbüro emporarbeitete. Bis letztmals in diesem Sommer besuchte er öfter die USA. Dieses Land sei für ihn fast so etwas wie eine zweite Heimat geworden. 1961 kam Robert Rietiker mit seiner Familie zurück in die Schweiz. Er trat in die Firma Ernst Göhner AG ein, in der er als Direktor massgebend an bekannten Göhner-Überbauungen in Volketswil und Greifensee mitarbeitete. Er war auch Initiant der Elementbauweise. Nach seiner Pensionierung 1991 war er bis kurz vor seinem Tod als versierter Berater bei Bauvorhaben tätig. Robert Rietiker heiratete 1954 in Montreal Cécile Weber, und 1965 bezog die Familie Rietiker, Robert und Cécile mit Sohn Stephan und Tochter Susanne, ein Einfamilienhaus in Ebmatingen. In der Gemeinde Maur interessierte er sich bald für die Politik und trat der Ortssektion der SVP bei. 1982 wurde er in den Gemeinderat gewählt, in dem er als versierter Baufachmann das Ressort Hochbau betreute. Als Gemeindepräsident liess er sein Wissen in alle Ressorts einfliessen, befasste sich jedoch primär mit Bau- und Planungsfragen. In seiner Amtszeit wurden diverse Bauvorhaben verwirklicht, so zum Beispiel die Sporthalle Looren als grösstes Projekt. Unter seiner Federführung entstanden diverse Quartierpläne, und die Bau- und Zonenordnung wurde im Sinne des verdichteten Bauens revidiert. In einem Interview mit der «Maurmer Post» anlässlich seines Rücktritts als Gemeindepräsident bezeichnete er dieses Amt als «schönstes politisches Amt». 1998 bis 2008 wirkte Robert Rietiker als Stiftungsrat der Gustav-Zollinger-Stiftung, ab 2002 als deren Präsident für die Weiterentwicklung des Zollingerheims. Er setzte sich besonders für die Planung und Verwirklichung einer Wohngruppe für demente Menschen ein. Von 1990 bis 1997 war Robert Rietiker Mitglied des Zürcher Kantonsrates. Auch in diesem Gremium wirkte er vorwiegend als Bau- und Planungsfachmann unter anderem als Präsident einer Spezialkommission zur Teilrevision des Planungs- und Baugesetzes. In den letzten Jahren war Robert ein regelmässiger und interessierter Gast am monatlichen Stamm der ehemaligen Gemeinderäte Maur. Für diesen Club organisierte er interessante Ausflüge, letztmals im vergangenen August. Robert Rietiker hat seine Aufgaben mit grossem Einsatz und Erfolg erledigt. Für seine Leistungen und seine Kollegialität danken wir ihm. * Hans Schweizer war Maurmer Gemeindepräsident von 1974 bis 1986.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch