«Ensemble»-Initianten stoppen Werbetram

Das Tram, das für ein Fussballstadion und Wohntürme auf dem Hardturmareal wirbt, verschwindet von Zürichs Strassen.

Das Cobra-Tram wurde von den «Ensemble»-Initianten zum Visitor-Center umgestaltet.

Das Cobra-Tram wurde von den «Ensemble»-Initianten zum Visitor-Center umgestaltet. Bild: projekt-ensemble.ch

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Seit vergangenem Herbst kurvt ein Tram durch Zürichs Strassen, das mit der Visualisierung des «Ensemble»-Fussballstadions und den dazugehörigen Wohntürmen beklebt ist. Ein fahrendes Visitor-Center des Projekts, zu dem das Zürcher Stimmvolk im November 2018 mit 53,8 Prozent Ja sagte.

Der Gestaltungsplan sieht auf dem Hardturmareal ein Fussballstadion mit 18'000 Plätzen und zwei Hochhäuser mit 570 Wohnungen vor. Zum Projektteam gehören die Credit Suisse, die Baufirma HRS, die Fussballclubs FCZ und GC sowie die Allgemeine Baugenossenschaft Zürich. Das Projekt ist nicht unumstritten. Im Gemeinderat wehren sich die Grünen dagegen. Deshalb ist für sie klar: Bei dem «Ensemble»-Tram handelt es sich um unzulässige Werbung für eine politische Vorlage.

«Tram aus der Schusslinie nehmen»

Bereits im September haben sie verlangt, das Gefährt zu stoppen. Ihre Forderung wird nun erfüllt. «Wir haben uns entschieden, das Tram in den nächsten Wochen von den Schienen zu nehmen», bestätigt «Ensemble»-Sprecher Hans Klaus auf Anfrage. Damit habe man das Tram aus der Schusslinie nehmen wollen. «Es soll in der politischen Diskussion nicht um ein Tram gehen», sagt Klaus.

Bei den Industriellen Betrieben heisst es auf Anfrage, der Stadtrat habe mit den «Ensemble»-Verantwortlichen das Gespräch gesucht, und daraufhin hätten diese entschieden, das Tram von den Schienen zu nehmen. Über den Inhalt der Gespräche geben beide keine Auskunft.

Der Gemeinderat der Grünen, Markus Knauss, zeigt sich erfreut über den Entscheid: «Offenbar haben sie gemerkt, dass das Tram politische Werbung ist, und ziehen es nun aus dem Verkehr.»

Erneute Abstimmung im Mai

Die Gegner des Projekts wehrten sich auch auf einer anderen Schiene: Die Interessensgemeinschaft IG Freiräume sammelte Unterschriften für ein Referendum gegen den Gestaltungsplan. Im Mai muss deshalb nochmals über das «Ensemble»-Projekt abgestimmt werden. Ob bei einem erneuten Ja das Tram dann wieder durch Zürich fahren würde, ist laut «Ensemble»-Sprecher noch nicht klar. Es könnte also durchaus sein, dass Knauss das Tram dereinst doch wieder sehen muss.

In einer früheren Version des Artikels hiess es, das Referendum sei noch nicht zustande gekommen. Das ist falsch. Das Zürcher Stimmvolk wird im Mai über den Gestaltungsplan abstimmen.

Erstellt: 17.01.2020, 15:53 Uhr

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