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Er hofft auf eine Shaqiri-Karriere

Die Familie Gjoshi ist in Mönchaltorf heimisch geworden. Vor zwölf Jahren ist sie aus Kosovo geflüchtet. Und Sohn Heroid steht vor seinem ersten Auftritt mit der Junioren-Fussballnationalmannschaft.

Von Roger Kündig Mönchaltorf &endash Heroid Gjoshi will Fussballprofi werden. Er ist 14 Jahre alt und geht in die Sekundarschule Mönchaltorf. Den Wunsch Fussballprofi haben viele in Heroids Alter. Doch er hat Talent und steht kurz vor dem Einzug in die U-15-Nationalmannschaft. Zum erweiterten Kader der 36 besten Schweizer Spieler in seinem Alter zählt er bereits. Die Chancen stehen also gut, dass Heroid Gjoshi nächstes Jahr Testspiele für die Juniorennati bestreiten kann. Die Familie bleibe trotz des Erfolgs auf dem Teppich, sagt Mutter Fetnete Gjoshi. Die Perspektiven des Sohns lassen natürlich die Herzen der Eltern höherschlagen. Trotzdem sagt die Mutter: «Heroid soll eine Lehre machen, das gibt Sicherheit.» Der Wunsch nach Sicherheit ist in der Familie tief verankert: Sie flüchtete 1999 aus Kosovo, die Eltern und Kinder lebten vorerst als Asylbewerber in der Schweiz. In der Zeit, in der die Familie in den Durchgangszentren in Bülach und Affoltern lebte, war das Gefühl der Unsicherheit gross. Die Eltern wussten nicht, wohin sie ihr Weg noch führen wird. Vor acht Jahren zog die Familie dann nach Mönchaltorf in eine Baracke im Langenmattquartier. Hier fasste sie Fuss, integrierte sich und wurde eigenständig. Vor zwei Monaten konnte sie eine sanierte Wohnung in der Langenmatt beziehen. Ihr Leben bestreitet und finanzieret sie schon länger selbstständig. Die Familie hat sich in Mönchaltorf gut integriert. Söhne haben Schweizer Pass Vater Muhamet und Mutter Fetnete Gjoshi haben mittlerweile die Aufenthaltsbewilligung B. Ihre beiden Söhne Heroid und Jetmir besitzen bereits den Schweizer Pass. Dies bringt viele Vorteile. Der 18-jährige Jetmir, der auch Fussball spielt, durfte am 23. Oktober erstmals wählen. Und für Heroid ist damit der Weg frei für die nationalen Auswahlteams im Fussball. Doch bis dahin ist noch weit. Das ist sich Heroid Gjoshi bewusst. Noch geht er zur Schule, trainiert ausser am Donnerstag jeden Tag auf dem GC-Campus in Niederhasli. Nebenbei erledigt er die Hausaufgaben. Seine Eltern unterstützen ihn. Sie fahren ihn fast jeden Tag nach Niederhasli und an die Auswahltrainings. Auch die Schule Mönchaltorf ist kooperativ, sodass der Besuch der Trainings möglich ist. Es scheint so, als würden sich viele in Mönchaltorf sehr darüber freuen, wenn sich der jüngste Gjoshi im Fussballzirkus durchsetzen könnte. Denn für den FC Mönchaltorf schnürte Heroid Gjoshi erstmals seine Fussballschuhe. Schon bei den kleinsten Junioren erkannten die Trainer seine Fähigkeiten, obwohl er damals gegenüber seinen Fussballkollegen körperlich noch unterlegen war. Doch er spielte besser als viele Gleichaltrigen. Bald war er beim FC Mönchaltorf unterfordert. Es war offensichtlich, dass er woanders seine fussballerische Herausforderung suchen musste. So wechselte Heroid Gjoshi zum Zürcher Grasshopper-Club, wo er in der U-13-Mannschaft mit 24 Toren in 9 Spielen als Stürmer überzeugen konnte. Nun, in der U-15, wird er vom ehemaligen Nationalspieler Johann Vogel trainiert. Gjoshis Position ist nicht mehr im Sturm, sondern im defensiven Mittelfeld vor der Abwehr. Blau-Rot statt Blau-Weiss Das Vorbild des jungen Fussballtalents aus Mönchaltorf spielt nicht in Blau-Weiss, sondern in Blau-Rot. Heroid Gjoshi ist Fan des Basler Jungstars Xherdan Shaqiri. «So eine Karriere wie der Shaqiri, das wäre toll», schwärmt Gjoshi. Und heimlich träumt er davon, einmal in Blau-Rot aufs Spielfeld zu laufen. Nicht für den FC Basel etwa, nein. Der FC Barcelona ist sein Traumklub. Die Realität sieht jedoch noch anders aus. Erst die Schulzeit beenden und eine Lehrstelle suchen, die er mit sportlicher Talentförderung kombinieren kann. Gerne würde Gjoshi das vierjährige KV an der United Sport School Zürich absolvieren. Dies ist eine von Swiss Olympic und dem Kanton Zürich unterstützte Möglichkeit für Sportler, die kaufmännische Lehre als Sportler in vier anstelle von drei Jahren zu absolvieren. So hätte er die idealen Voraussetzungen, die Trainings zu besuchen und seine Fussballkarriere weiterzuverfolgen. Gelingt Gjoshi der Sprung ins U-15-Nationalteam, wäre er bereits nächstes Jahr im Schaufenster des Fussballgeschäfts. Da möchte er wie sein Vorbild Shaqiri vernünftig bleiben und sich zuerst in der Schweiz durchsetzen. Fussballer Heroid Gjoshi mit (v. l.) Vater Muhamet, Bruder Jetmir und Mutter Fetnete. Foto: David Kündig

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