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Er steht auch an Weihnachten um fünf Uhr morgens im Stall

An Weihnachten nimmt es Fritz Bill etwas gemütlicher. An Neujahr ebenfalls. Nur einmal während der Festtage hatte der Bauer vom Hirzel Grund zum Fluchen.

Hirzel - Am Weihnachtsmorgen geht es im Stall von Landwirt Fritz Bill wie immer zu. Oder wie fast immer. Der Hirzler Bauer ist am 25. Dezember meist nicht ganz bei der Sache, immer wieder schielt er zur Stalltür. Ab und zu unterbricht er das Melken und lauscht in den Weihnachtsmorgen. Sind sie schon da? Die Hirzler Adventssänger.

Die Gruppe zieht jedes Jahr am Weihnachtsmorgen von Dorfteil zu Dorfteil und singt für deren Bewohner Weihnachtslieder. Eine schöne Tradition, finden Fritz Bill und seine Frau Emma. Sie freuen sich, lassen die Sänger den Weiler Harüti doch nie aus auf ihrer Route durchs Dorf.

Doch das Vieh im Stall kümmert sich kaum darum. An Weihnachten geben die 44 Kühe gleich viel Milch wie an allen anderen Tagen. 23 Liter sind es im Schnitt. Festtage bedeuten im Stall von Fritz Bill Alltag. Nur an eine Ausnahme erinnert sich der 53-Jährige: Als er am Neujahrsmorgen vor vier Jahren in den Stall kam, schoss bei der vordersten Kuh eine riesige Wasserfontäne aus der offenen Leitung bis an die Decke.

Das Motto vom Viehdoktor

Die Kuh war stierig und riss in ihrem Übermut ein Tränkebecken ab. Zum Glück erst kurz vor fünf Uhr am Morgen. Fritz Bill bemerkte den Schaden sofort, als er den Stall betrat, und drehte den Haupthahn zu, bevor das ganze Gebäude unter Wasser stand. Dabei hielt er sich an das Motto, das er von einem ehemaligen Viehdoktor übernommen hatte. «Fluchen nützt nichts, aber man fühlt sich danach wohler.»

Dass er auch an Sonn- und Feiertagen nie ruhen kann, stört Fritz Bill nicht. Anders als früher verreist er inzwischen gerne in die Ferien, eine Woche pro Jahr, aber noch lieber kehrt er danach wieder nach Hause zurück.

Sein Nachfolger steht bereit

Sein Jüngster hält es gleich. Er beginnt im nächsten Sommer die Ausbildung zum Landwirt. Die viele Arbeit auf dem eigenen Hof schrecke ihn nicht ab, sagt Bill. An Weihnachten und über Neujahr nimmt es die Familie Bill trotzdem etwas gemütlicher. Grosse Arbeiten werden liegengelassen, nur nach den Tieren - den Kühen, der Katze und nach der Schwyzer Sennenhündin Simona - schauen sie. Füttern, melken, misten - das gehört auf einem Bauernhof eben jeden Tag dazu. Bettina Ledergerber Füttern, melken, misten: Weihnachten bedeutet im Stall von Fritz Bill Alltag. Foto: Patrick Gutenberg

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