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Erlenbach soll Hecke und Reservoir schützen

Der Verschönerungsverein reicht eine Petition ein. Die Gemeinde winkt ab.

Von Sandra Flückiger Erlenbach – Der Landtausch im Erlenbacher Sandfelsen hat zu reden gegeben. Nun, da die Gemeinde mit den Eigentümern einig und der Tausch rückgängig gemacht worden ist (TA vom 1. 10.), scheint das Thema – zumindest vorderhand – abgeschlossen. Nicht so für den Verschönerungsverein Erlenbach (VVE): Dessen Präsidentin Christiane Brasseur will eine Petition einreichen. Damit will der VVE die Gemeinde beauftragen, eine auf dem dortigen Grundstück wachsende, etwa 100 Meter lange Hochhecke formell unter Schutz zu stellen. Dasselbe soll mit dem Häuschen auf dem Wasserreservoir am gleichen Ort geschehen. Beide Bereiche sind als naturnahe Objekte kategorisiert und im Inventar der schützenswerten Objekte enthalten. Für Brasseur ist es wichtig, dass beide Objekte nun auch formell unter Schutz gestellt werden. «Die Hecke ist ein wahres Naturparadies», sagt die Präsidentin des VVE. Sie moniert, dass ein Teil davon, um das Reservoir herum, bereits letzten Herbst gerodet worden sei. Reservoir ist ein Zeitzeuge Die Begründung der Gemeinde, die Bäume seien in schlechtem Zustand gewesen, will sie nicht gelten lassen. Der noch vorhandene Strunk des Kirschbaums zeige das Gegenteil. «Einmal mehr werden wir einfach brandschwarz mit der Unwahrheit bedient» sagt sie. Gemeindeschreiber Hans Wyler hält dagegen an der Darstellung der Behörde fest: «Die Gemeinde fällt keine Bäume mutwillig.» Die im Herbst 2009 beim Reservoir entfernten Bäume seien alle tot gewesen. Hätte man sie stehen gelassen, hätten sie bei starken Winden umstürzen und dabei Schaden anrichten können, für welchen die Gemeinde die Verantwortung zu tragen hätte. Das Reservoir erachtet Brasseur einerseits aus geschichtlichen Gründen als schützenswert. Der Jugendstilbau sei ein «architektonisches Juwel» und erinnere als Zeitzeuge an die Industrialisierung. Anderseits diene es der Erlenbacher Rockband Pyrolyzed als Übungsraum. Die Gemeinde solle froh sein, dass Jugendliche die Möglichkeit hätten, im Dorf zu üben, sagt Brasseur, der die Musik der Band gefällt. Andernorts kämen die Jugendlichen schnell in «einschlägige Kreise». Die Gefahr, mit Drogen in Kontakt zu kommen, wäre grösser, sagt sie. Im Gegensatz zur Hecke, die nach dem Rücktausch der Areale wieder in Privatbesitz ist, liegt das Reservoir auf Gemeindegebiet. Es bestünden keinerlei Absichten, in nächster Zeit etwas am Reservoir zu ändern, sagt Wyler. Nachdem sie eine einvernehmliche Einigung beim Landtausch erreicht habe, sei das Thema Reservoir für die Gemeinde vorläufig vom Tisch. Das Jugendstil-Reservoir soll unter Schutz gestellt werden. Foto: Patrick Gutenberg

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