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Erlenbacher «Golfkrieg» geht in die zweite Runde

Im vergangenen Juni ging die geplante Driving Range knapp bachab. Vor dem neuen Versuch formieren sich Befürworter und Gegner.

Erlenbach - Rund 200 Sympathisanten haben sich im Förderverein zusammengeschlossen, den die Interessengruppe Driving Range Erlenbach im vergangenen August ins Leben gerufen hatte. In einem Flyer ruft IG-Präsident Matthias Huber die Vereinsmitglieder zur Unterstützung des Vorhabens an der kommen-den Erlenbacher Gemeindeversammlung vom 30. Juni auf.

An jenem Mittwochabend wird über den privaten Gestaltungsplan abgestimmt, der im Gebiet Trottgatter eine Golfübungsanlage vorsieht. Wie im Vorjahr, als die Initiative an der Gemeindeversammlung letztlich knapp abgewiesen worden ist (siehe Kasten), bringen sich Befürworter und Gegner in Stellung. Wieder dürfte es eng werden.

Frühzeitige Mobilisierung

«Das Dorf ist gespalten», sagt Balz Gysi. Der 49-jährige Gymnasiallehrer für Biologie ist Vizepräsident des Naturschutzvereins Erlenbach-Herrliberg. Im Einverständnis mit anderen Naturverbänden wie Vogelschutz, Pro Natura oder WWF hat er im vergangenen Juni die Gegnerschaft gegen die Initiative organisiert. Auch die grünliberale Ortspartei machte gegen das Projekt mobil. Es werde wieder Widerstand geben, kündigt Gysi an. «Wir werden uns Mühe geben, bezüglich Mobilisierung mit den Golfern mithalten zu können.» Gysi ist überrascht, dass die Initianten der Driving Range bereits 8 Wochen vor der Abstimmung um die Gunst der Bevölkerung buhlen. IG-Präsident Huber dagegen hält seine Mobilisierungsbemühungen nicht für verfrüht. In der letzten Abstimmung habe sich gezeigt, wie wichtig die vorgängige Rekrutierung von Stimmberechtigten sei, sagt er. Im Juni wird die IG an vier Samstagnachmittagen zu Golf-Pitching-Wettbewerben auf dem Gelände der Driving Range beim Schützenhaus laden. So soll dieBevölkerung erreicht und informiert werden.

Kampf mit Olympioniken

Das Projekt ist nur minim verändert. Einzig die Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist besser, nachdem die Gemeindeversammlung im März einer Busvorlage zugestimmt hat. Die Linie 961, die nahe der geplanten Driving Range hält, wird fortan auch an Sonn- und Feiertagen betrieben. Die Driving Range wird den Sonntagsbus aus den Parkplatzeinnahmen finanziell unterstützen. Huber findet es richtig, mit einer kaum veränderten Initiative vors Volk zu treten. Nach der letztjährigen umstrittenen Abstimmung wolle er eine transparente und faire Entscheidung. Doch Gysi befürchtet, dass sich die Golfer bei einer erneuten Niederlage noch nicht geschlagen geben würden. «Sie kommen wohl ein drittes Mal», sagt er.

Damit dies nicht nötig wird, hat die IG den bekanntesten Erlenbacher Sportler in den Abstimmungskampf eingespannt. Simon Strübin, Medaillengewinner an den Olympischen Spielen in Vancouver, macht sich für das Projekt stark. «Erlenbach darf sich ruhig ein sportlicheres, jugendlicheres Image verpassen», sagt der 31-Jährige.

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