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Erst die Glatt renaturieren, dann die Piste verlängern

Der Gemeinderat von Oberglatt wirft dem Kanton vor, unter dem Deckmantel des Naturschutzes die Interessen des Flughafens zu verfolgen.

Oberglatt - Der Flusslauf der Glatt soll zwischen Opfikon und Oberglatt einen besseren Hochwasserschutz erhalten und renaturiert werden. Dies jedenfalls sieht ein Vorprojekt des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) vor. Die geplante Renaturierung würde dem Fluss wieder seinen ursprünglichen Schlangenlauf zurückgeben.

Das Projekt stösst beim Oberglatter Gemeinderat jedoch auf Widerstand. Die Exekutive wirft dem Awel vor, es lanciere ein Projekt unter dem Deckmantel Naturschutz. «Dabei hat der Kanton nur eins vor Augen, die Piste 10/28 zu verlängern», ist Christian Fuhrer, der Gemeindeschreiber von Oberglatt, überzeugt. Seine Gemeinde lehnt eine Pistenverlängerung kategorisch ab.

Naturschutzgebiet schränkt ein

Fuhrer ist überzeugt, dass das Renaturierungsprojekt für Oberglatt einen Stillstand bedeuten würde. «Weiterentwickeln könnte sich unter diesen Umständen einzig der Flughafen», sagt der Gemeindeschreiber. «Oberglatt würde durch ein weiteres Naturschutzgebiet nur eingeschränkt.» Und dagegen wehre sich die Gemeinde vehement.

Mit dem vorliegenden Projekt werde wiederum darauf gezielt, wertvolle Gebiete in den Flughafengemeinden umzunutzen, klagt Fuhrer. Zudem ist die Oberglatter Behörde überzeugt, dass im vorgeschlagenen Abschnitt gar kein Hochwasserschutz notwendig sei. «Die Kanalisierung hat sich bestens bewährt, und schlimme Hochwasser sind ausgeblieben», sagt Fuhrer. In einem Schreiben weist der Gemeinderat auf das bestehende grosse Naturschutzgebiet entlang der Glatt hin. «Eine Ausdehnung des Gebietes ist gar nicht erwünscht», so der Gemeindeschreiber.

Die kantonale Baudirektion möchte sich zu den Vorwürfen der Gemeinde Oberglatt vorläufig nicht äussern. Denn zurzeit sei das Vorprojekt bei den vier betroffenen Gemeinden, der Planungsgruppe Glattal, der Flughafen Zürich AG sowie den Fachstellen des Kantons und des Bundes in der Vernehmlassung. Danach würden die verschiedenen Antworten ausgewertet. Auch Rümlang hat bereits eine Stellungnahme gegenüber dem Vorprojekt abgegeben. Ende März äusserte sich Gemeindepräsident Thomas Hardegger «verhalten optimistisch». Opfikon und Kloten warten die Frist der Vernehmlassung ab und wollen erst «zu gegebener Zeit» informieren.

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