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«Es braucht mehr Kapazität statt höhere Geschwindigkeiten»

«Wenn das Geld knapp ist, muss es dort eingesetzt werden, wo es den grössten Nutzen bringt.»

Höhere Kapazitäten wichtig.

Die Bahn muss als umweltfreundliche, zuverlässige und effiziente Alternative konkurrenzfähig zum Auto sein. Die grössten Staus befinden sich auf dem Autobahnnetz in den Agglomerationen, und hier handelt es sich in erster Linie um Verkehr regionaler Bedeutung. Abgesehen von einigen Unverbesserlichen, fährt heute praktisch niemand mehr mit dem Auto von Bern nach Zürich. Wieso auch, mit der Bahn ist man bereits heute schneller als mit dem Auto. Allerdings stammen beispielsweise 70 Prozent des Verkehrsaufkommens auf der A 1 vor Zürich aus dem Raum von Dietikon bis Baden. Um die Verkehrsprobleme zu lösen, braucht es mehr Kapazität statt höhere Geschwindigkeiten auf den ausgelasteten Hauptlinien und vor allem den Ausbau der S-Bahnen in den verschiedenen Agglomerationen der Schweiz.

Daniel Gasser, Zürich

Tabu Mobilität brechen.

Seit Jahrzehnten werden Unsummen investiert, um mehrere Verkehrsträger parallel zueinander auszubauen: auf der Strasse, auf der Schiene und in der Luft. Mobilität ist heilig, gesamtheitliches Denken tabu. Es steht offenbar immer noch nicht zur Diskussion, die Menschen dort wohnen zu lassen, wo sie arbeiten. Das typische Beispiel einer Fehlplanung ist die Überbauung «Europa-Allee» unmittelbar neben dem Hauptbahnhof Zürich. Dort entstehen Wohnungen für 1000 und Arbeitsplätze für 6000 Leute. Weshalb nicht Wohnungen für 7000 Menschen, anstatt durch neue Arbeitsplätze das Pendlerproblem noch mehr zu vergrössern?

Martin Hofer, Chur

«Rotsee kurz» statt «Zimmerberg II»

Der erste, provisorische Entwurf zum Bahnausbau 2030 sieht für die Zentralschweiz den Zimmerberg-Basistunnel II (ZBT II) vor, sofern nicht bloss 12, sondern 21 Milliarden zur Verfügung stehen. «Rotsee kurz», die ab Ebikon unterirdische Zufahrt in einen Tiefbahnhof Luzern, figuriert weit hinten, und der neue Axentunnel fehlt ganz auf der Liste. Damit ist das eingetroffen, wovor besonnene Stimmen gewarnt hatten: Wegen ihres überrissenen Wunschkatalogs wurde die Innerschweiz abgestraft. Die kürzlich für beide Spuren umfassend sanierten Axentunnels stellen auch auf lange Sicht keinen Engpass dar, sodass der Verzicht auf eine 2,5 Milliarden teure neue Doppelröhre verständlich und vernünftig ist. Eine Favorisierung des ZBT II gegenüber dem Tiefbahnhof Luzern macht hingegen keinen Sinn. Mit dem Basistunnelprojekt aus der Mottenkiste hat das Bundesamt für Verkehr (BAV) den Weg des geringsten Aufwandes gewählt. Dieses Prestigeloch wäre Nonstop-Zügen zwischen Zürich und Zug vorbehalten. Der ZBT II wäre nicht nur unwirtschaftlich, sondern stünde erst in 20 bis 30 Jahren zur Verfügung. «Zimmerberg light», die durchgehende Doppelspur auf der Strecke Baar-Sihlbrugg-Horgen Oberdorf, ist wesentlich kostengünstiger zu haben und kann auch dank Etappenbauweise früher in Angriff genommen und zum Abschluss gebracht werden. Das mit «Zimmerberg light» eingesparte Geld lässt sich auf «Rotsee kurz» umlagern, was eine Verschiebung in die erste Priorität rechtfertigt. Es darf nicht sein, dass sich Luzern auf Jahrzehnte hinaus mit zeitraubenden Engpässen am Rotsee und im Gütschtunnel begnügen muss. Jetzt sind Kräfte gefragt, die sich bündeln, um den weiteren Verlauf der Debatte zugunsten optimaler Bahninfrastruktur-Lösungen wirksam zu beeinflussen.

Gerhard Schmid, Hünenberg

1000 Stehplätze verhindern.

Der Regierungsrat ist konsterniert, den Brüttener Tunnel nicht in der Bahn-2030-Vorlage zu finden. Dabei sollte er sich freuen, dass Bahn 2030 einen ebenso grossen Kapazitätsengpass ins Oberland lindern will. Ich bitte den Regierungsrat, alles daran zu setzen, dass das Vorhaben nicht noch von der Liste verschwindet. Bis 2030 muss auf diesem Korridor nämlich pro Zug mit gegen 1000 Stehplätzen gerechnet werden.

Peter Büchi, Rüti

Treibstoffzölle für Bahnnetz.

Die halbe Schweiz lamentiert über die zögerlichen Ausbauschritte der Eisenbahn. Im Kanton Zürich trauert man dem Brüttener Tunnel nach. Nur: Blosser Katzenjammer für nicht berücksichtigte Projekte greift zu kurz. Wenn die Kantone mehr Bahn wollen, müssen sie das Geld dort abzweigen, wo es genügend vorhanden ist: beim Strassenbau. Mit den LSVA-Anteilen kann man Gescheiteres tun als heute. Und die Zweckbindung der Treibstoffzölle ist ein alter Zopf, den es endlich abzuschneiden gilt. Wenn das Geld für Verkehrsinfrastrukturen knapp ist, muss es dort eingesetzt werden, wo es den grössten Nutzen bringt, das ist offensichtlich bei der Bahn: Ein einziger, 400 m langer Doppelstockzug der SBB bietet rund 1500 Sitzplätze - wer denkt da angesichts der durchschnittlichen Besetzung eines Pendelautos mit 1,1 Personen noch an Strassenbau?

Ralf Margreiter, Zürich Kantonsrat Grüne Ein Intercity-Neigezug bei Flawil. Künftig sollen zwischen Genf und St. Gallen nur noch Doppelstockschnellzüge verkehren. Foto: Gaetan Bally (Keystone)

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