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Ethische Fragen sind für Ueli Maurer eine schwierige Sache

In Mönchaltorf sprach der Bundesrat am Freitag über die Sterbehilfe, die Anti-Minarett-Initiative und die Schwierigkeit, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Mönchaltorf - Ueli Maurer, der in letzter Zeit als Bundesrat merklich weniger provoziert und austeilt, stimmte auch am Freitagabend im Mönchhof leisere Töne an. Am von der Kirchenpflege organisierten Anlass sprach er davon, wie er als Politiker mit ethischen Fragen konfrontiert wird und wie er sie für sich beantwortet. «Hält man einen todkranken Patienten noch mit viel Aufwand für zwei weitere Monate am Leben, oder verwendet man die Gelder lieber an einem anderen Ort?», fragte Maurer in die Runde.

Drei Stützpfeiler im Alltag

Bei der Beurteilung solcher Fragen versuche er, sich stets an drei Grundfesten zu halten: Vorbild, Verantwortung und Vertrauen. Als Person in einem öffentlichen Amt müsse er ein Vorbild sein. «Gerade jetzt als Bundesrat muss der oberste und der letzte Hemdknopf zugeknöpft sein», scherzte er. Als Politiker trage er aber auch Verantwortung, wenn er Gesetze erlasse. Dies sei, gerade bei ethischen Fragen, eine äusserst schwierige Sache. Seine Entscheide müsse er daher mit seinem Gewissen vereinbaren können. «Und nicht zuletzt geniesse ich auch Ihr Vertrauen», sagte er. «Denn ohne dieses würde ich nicht hier in diesem Amt stehen.»

Diese drei Stützpfeiler würden ihm bei schwierigen Fragen helfen. «Jedoch wird es immer schwieriger, diese Grundsätze einzuhalten, je höher man in der Politik gekommen ist», fügte Maurer an.

Freitod ist keine Staatssache

Maurer stellte sich nach seinem Referat den Fragen seiner Zuhörer. Ein älterer Mann mit kahlem Kopf stand auf und erzählte, dass er Bauchspeicheldrüsenkrebs habe. Er fragte: «Warum wollen Sie mich nicht sterben lassen und verbieten Exit?» Maurer indes erwiderte, dass er Exit nicht verbieten wolle, jedoch solle der Staat das Sterben auch nicht regulieren. «Der Freitod ist etwas sehr persönliches, und der Staat sollte nicht auch noch hier seine Finger im Spiel haben», so Maurer.

Eine Frau im Raum fragte Maurer, weshalb er die Armee nicht abrüsten und das Geld woanders nutzen wolle. Der VBS-Chef meinte, dass die Schweiz sich so nur ins eigene Fleisch schneiden würde, und ergänzte: «Unser Land leistet den grössten Beitrag zum Frieden, wenn es sich zu verteidigen weiss.»

Gegen ein Minarett-Verbot

Unweigerlich tauchten dann auch Fragen zur Anti-Minarett-Initiative auf. «Ist es denn Ihre Aufgabe, das Volk hintergründig mit Ihren Plakaten zu beängstigen?», wollte ein Zuhörer wissen. Maurer antwortete, dass er ein Verbot von Minaretten nicht richtig finde.

Wichtig sei aber die Diskussion, die dahinterstehe. Nämlich die Frage über das Zusammenleben verschiedener Kulturen. «Man darf das Problem nicht einfach unterdrücken und anwachsen lassen», so Maurer. Pascal Witzig Mehr zu den Veranstaltungen der ökumenischen Erwachsenenbildung gibts unter www.kirchemoenchaltorf.ch

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