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Fällt die Glattbrücke ins Opfiker Finanzloch?

940'000 Franken kostet die geplante Fussgängerbrücke bei der Sportanlage Au. Das sei zu teuer bei der aktuellen Finanzlage der Stadt Opfikon sagen die Parteien.

Etwa 200 Meter neben der bestehenden Zun-Strassenbrücke ist eine Fussgängerbrücke über die Glatt geplant.
Etwa 200 Meter neben der bestehenden Zun-Strassenbrücke ist eine Fussgängerbrücke über die Glatt geplant.
David Baer

«Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein Unfall passiert», sagt Peter Schenk, Präsident des Fussballklubs Glattbrugg. «Wir können es nicht verantworten, dass unsere Junioren den Weg über die stark befahrene Zun-Strasse nehmen müssen, um zum Kunstrasenplatz auf der anderen Glattseite zu gelangen. Die Jüngsten sind erst acht Jahre alt.» Der Kunstrasen gehört zur Sportanlage Au, ist aber nicht direkt mit ihr verbunden. Der kürzeste Weg dorthin führt über die kaum 200 Meter von der Anlage entfernte Brücke, die auf der Zun-Strasse verläuft. Sie ist mit einem Trottoir versehen. Dies genügt Peter Schenk nicht, denn: «Auf der Zun-Strasse wird oftmals zu schnell gefahren. Zudem macht sie bei der Brücke eine scharfe Kurve.»

Keine Freude am teuren Projekt

Seit dieser Woche liegen die Pläne für eine zusätzliche Fussgängerbrücke und damit eine direkte Anbindung des Kunstrasenplatzes an die Sportanlage bei der Opfiker Verwaltung auf. Begeistern kann sich dafür aber eigentlich niemand.

Der Grund: Die Stahlbrücke soll gleich bei der Sportanlage gebaut werden. Rund 200 Meter von der bestehenden Zun-Strassenbrücke entfernt. Mit 940'000 Franken soll sie mehr als doppelt so viel kosten, wie noch 2005 angenommen wurde, als ein entsprechendes Postulat der Gemeinderätin Beatrix Jud beantwortet wurde. Damals habe man lediglich eine grobe Schätzung bezüglich der Brückenkosten gemacht, erklärt Roger Letter, Ingenieur des Bauamtes Opfikon. «Es wurde nicht konkret geprüft, was an diesem Ort tatsächlich möglich und notwendig ist.»

Ein Muss gemäss den Vorgaben für den Hochwasserschutz ist aber, dass die Brücke eine gewisse Höhe nicht unterschreitet. Dies hat eine grössere Spannweite zur Folge und Anpassungen am Glattuferweg beidseits des Flusses, so Letter. Einsprachen gegen das Projekt erwarte er keine, da rundherum vor allem öffentliche Bauten stehen und das Projekt mit dem Kanton vorbesprochen worden ist.

Nur noch Notwendiges anschaffen

Knackpunkt ist das politische Verfahren. Fraglich ist, ob sich im Gemeinderat eine Mehrheit für die Brücke gewinnen lässt. Opfikons finanzielle Situation lässt zu wünschen übrig. «Und wenn man kein Geld hat, soll man keines ausgeben», sagt SVP-Gemeinderat Heinrich Eberhard. Ausserdem sei eine solche Brücke gar nicht notwendig, da in der Nähe bereits eine bestehe. «Die Chance ist deshalb gross, dass der Kredit von den SVP-Mitgliedern abgelehnt wird.»

Auch bei der FDP sind eher kritische Töne zu hören. «In der jetzigen Situation müssen wir jede Ausgabe prüfen, und man darf sich nur noch leisten, was erforderlich ist», sagt FDP-Präsident Otto Peyer. «Der Kredit wird in unserer nächsten Fraktionssitzung auf jeden Fall traktandiert.» Die Brücke wäre schön zu haben, aber zwingend?

Gemäss Paul Remund, Präsident der Rechnungsprüfungskommission, ist der Bedarf für die Brücke ausgewiesen. «Es ist jedoch fraglich, ob sie so teuer sein muss», sagt er. Das soll sie nicht, findet Fussballklub-Präsident Peter Schenk. «Wir wollen nur einen einfachen Steg.» Dafür wolle man zum gegebenen Zeitpunkt im Gemeinderat lobbyieren.

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