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Fahrende machen Halt in Gündisau

30 Zigeuner haben sich mit ihren zwölf Wohnwagen auf einer Wiese am Eingang des Russiker Weilers Gündisau niedergelassen. Die Gemeinde wusste nichts von den temporären Neuzuzügern.

Von Heidy Dietiker Russikon –Idyllisch und verträumt liegt der Weiler Gündisau in einem kleinen Tal hinter dem Russiker Schlossberg. Kühe grasen, Kinder spielen, und die Bauern fahren mit den Traktoren auf die Felder. Doch seit Samstag ist einiges los im Weiler. Gündisau ist schlagartig um 25 Prozent gewachsen. Auf der Wiese am Eingang hat sich eine Gruppe von 30 Fahrenden, 20 Erwachsene und 10 Kinder, niedergelassen. Auf der Russiker Gemeindebehörde wusste man am Montag noch nichts von den «Neuzuzügern», obwohl es für das Campieren ausserhalb von Campingplätzen eine Bewilligung braucht. «Sobald es sich um mehr als drei Zelte oder Wohnwagen oder um mehr als zehn Personen handelt, muss dies der Gemeinde gemeldet und eine Bewilligung eingeholt werden», sagt Gemeindeschreiber Marc Syfrig. «In dieser wird auch festgehalten, dass die Wohnhygiene sichergestellt und die Abfallentsorgung geregelt ist.» Ohne Bewilligung campiert Völlig überrascht war auch Bauer Stähli, als er am Dienstag Besuch von der Polizei und vom Gemeinderat erhielt. «Die Fahrenden haben gesagt, die Gemeinde hätte sie direkt an die Landwirte verwiesen, deshalb bin ich davon ausgegangen, dass eine Bewilligung vorliegt», sagt der Landeigentümer. Er habe dies zum ersten Mal gemacht, sagt Stähli «aber ein zweites Mal mache ich das nicht mehr, nach dem ganzen Theater mit Gemeinde und Polizei». Das sei eigentlich schade, findet Stähli, denn die Leute seien sehr freundlich und korrekt, das Lager sauber und in Ordnung. «Jedoch herrscht im Weiler grosse Aufregung. Man hat Angst, bestohlen zu werden.» Er selber glaubt das aber nicht. Stähli hat keine Ahnung, wie die Fahrenden gerade auf ihn gekommen sind. «Einer der Männer ist vorgefahren und hat mich angefragt, ob er und seine Leute sich auf der Wiese vor dem Dorf für eine Woche einquartieren dürfen. Wenige Stunden später seien dann 12 Wohnwagen vorgefahren. Am Ankunftstag hätten ihm die Fahrenden eine Anzahlung von 400 Franken gemacht, ein weiterer Betrag wird bei der Abreise, die auf Freitag angesetzt ist, fällig. Unbürokratische Handhabung Was die fehlende Bewilligung anbelangt, drückt die Gemeinde Russikon nun ein Auge zu. Man wolle die Angelegenheit unbürokratisch regeln. Der Gesundheitsvorstand werde dafür besorgt sein, dass eine korrekte Entsorgung von Abwasser und Abfall gewährleistet ist. «Und wenn die Gruppe Gündisau wie geplant am Freitag wieder verlässt, ist die Angelegenheit für uns erledigt» sagt Syfrig. Die Fahrenden selber geben sich zurückhaltend. Sie stammen aus Frankreich, war zu erfahren, sind von Bern her angereist und auf dem Weg ins Tessin. Offenbar fanden aber die temporären Gäste keinen Gefallen an den neugierigen Fragen. Sie haben bereits gestern Nachmittag ihre Zelte überraschend abgebrochen und sind weitergezogen. In Gündisau ist wieder der Alltag eingekehrt. Fahrende liessen sich auf ihrer Reise von Bern ins Tessin für kurze Zeit im Weiler Gündisau nieder. Foto: Heidy Dietiker

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