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Farbtupfer im Nebel

Lukas Müller ist von Orchideen fasziniert. An der Weihnachtsausstellung in seinem neuen Gewächshaus in Steinmaur will er die Begeisterung weitergeben.

Steinmaur - 350 verschiedene Orchideen sind ab heute im neuen Treibhaus der Gebrüder Müller in Steinmaur zu bestaunen. «Zur Eröffnung unseres neuen Orchideenhauses veranstalten wir darin eine Weihnachtsausstellung», sagt Lukas Müller. Er ist der Geschäftsführer der Orchideengärtnerei. Innert sechs Wochen ist das neue Gewächshaus erstellt worden. Den Grossteil der Arbeit verrichteten die vier Lehrlinge. Sie stellten auch die Weihnachtsdekoration her.

Seit Donnerstag zieren nun Orchideen in verschiedensten Farben und Grössen das graue Gewächshaus. Die Orchideen bilden die grösste Pflanzenfamilie der Welt. Sie erblüht in 25 000 bis 30 000 natürlichen Arten. Meist wächst die Orchidee auf Bäumen, sie ist jedoch kein Schmarotzer. Die Pflanzen blühen einmal jährlich bis zu 16 Wochen lang. Auch die Vanille zählt zu dieser Familie. 80 Prozent aller Arten stammen aus dem asiatischen Raum, geschützt ist die Orchidee überall auf der Welt.

Nach vier Jahren erste Blüten

Im Steinmaurer Gewächshaus wachsen die beliebten Zierpflanzen in gläsernen Vasen und auf Korkrinden, zieren alte Velos und wachsen zu Hunderten auf einem Rebstock. Diese erst knapp zehn Zentimeter hohen, teilweise aber bereits violett blühenden Orchideen sind ganz spezielle Ausstellungsstücke: «Auf diesem Rebstock wachsen rund 400 Pflanzen. Sie sind viereinhalbjährig und blühen nun zum ersten Mal», sagt Müller. Er selbst habe sie ausgesät, vermehrt und aufgebunden.

Hinter jeder blühenden Pflanze steckt viel Zeit und Aufwand. Denn der Samen einer Orchidee kann nicht einfach in den Boden gesteckt werden. Nur ein Pilz, der in der Nähe der Mutterpflanze wächst, lässt die Samen aufquellen. Für die Zucht muss also eine andere Lösung her: Bevor die Samenkapsel einer Pflanze nach neun Monaten zu platzen droht, erntet Müller diese und legt sie auf einen sterilen Nährboden in einer liegenden Flasche. Dies dient als Pilzersatz. Nach einem Monat beginnen von den über 100 000 feinsten Blumensamen bis zu 700 zu keimen. «Die Pflänzchen müssen ständig pikiert werden», erklärt Müller. So verteilt er die Mini-Orchideen aus einer Flasche in deren zehn. Nach eineinhalb Jahren können die jungen Orchideen endlich ausgestreut und nach zweieinhalb Jahren auf ein Trägerholz aufgebunden werden. Rund 540 Quadratmeter stehen Müller für die Zucht und Ausstellung seiner Orchideen zur Verfügung.

Pflanzen selbst gezogen

Den grössten Teil der ausgestellten Orchideen hat Müller selbst gezogen. «Es sind rund 300 natürliche und 50 gezüchtete Arten zu sehen», sagt er. Darunter befinden sich verschiedenste Phalaenopsis - die am weitesten verbreitete Art -, die sternförmigen Gambrias und natürlich Frauenschuhe. Auch die Orchideenzüchter Roland und Erika Rusterholz aus Neerach (Neeri Orchids) zeigen an der Ausstellung ihre Frauenschuhe. Das Ehepaar wurde für seine Züchtungen schon ausgezeichnet.

Weihnachtsausstellung im Triibhuus, Salenstrasse, Steinmaur, vom 12. bis 24. Dezember. Täglich von 9 bis 12 und 13.30 bis 19 Uhr. 24. 12. bis 16 Uhr. Lukas Müller (r.) und sein Bruder Stefan sind gern im Treibhaus. Foto: David Baer

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