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Felsnase in Wasterkingen bröckelt

Von einem Nagelfluh- vorsprung sind grosse Brocken auf die Strasse gestürzt. Nun kommt der Problemhang weg.

Von Sandra Zrinski Wasterkingen – Sie haben den Felspfeiler oberhalb der Axenstrasse gesprengt und den Felskopf St. Anton oberhalb der Bristenstrasse. Auch der Entwässerungsstollen für den Gletschersee oberhalb von Grindelwald wurde von ihnen gegraben. Nun kommen die Fachleute der Innerschweizer Firma Felstechnik Gasser ins Unterland – genauer ins Rafzerfeld, nach Wasterkingen. Denn auch im 600-Seelen-Dorf ist ein Fels in Bewegung. Vom Nagelfluhvorsprung oberhalb der Chrätzlistrasse löst sich immer wieder Gesteinsmaterial. Verkehrstafeln weisen auf die gefährdete Stelle hin. Vergangenen Winter rollten schliesslich Brocken von rund 50 Zentimeter Durchmesser auf die Strasse. «Damit war klar, dass wir etwas unternehmen müssen», sagt Gemeindeschreiber Enrico Brandenberger. Zunächst wurde unterhalb der Felsnase ein Wall aufgeschüttet, der verhindert, dass herabstürzendes Material ungehindert auf die Strasse rollen kann. Nun soll aber der ganze Vorsprung verschwinden. Gesprengt wird allerdings nicht. Dies wäre viel zu gefährlich, wie Hansjörg Schläpfer vom Ingenieursbüro Schläpfer und Partner erklärt. Die Gemeinde Wasterkingen hat ihm die Planung der Arbeiten übertragen. Nagelfluh sei ein weiches Gestein und im Gegensatz zu kristallinem Fels nur locker gebunden. «Bei einer Sprengung würde das Material zu weit wegfliegen», sagt Schläpfer. Was sehr problematisch wäre, da entlang der Chrätzlistrasse diverse Wohnhäuser stehen. Deshalb wird das Material von einem Bagger mit entsprechendem Aufsatz abgespitzt. Schläpfer schätzt, dass rund 300 bis 500 Kubikmeter Gestein abgetragen werden müssen. Zuvor wird auf dem Felsvorsprung aber der Wald gerodet. Nur so kann der Bagger überhaupt bis zur problematischen Nase vordringen. Der Start der Arbeiten ist auf den nächsten Montag, 4. Oktober, angesetzt. Nagelfluh ist ein Sedimentgestein, das hauptsächlich aus Geröll besteht. Wegen ihres Aussehens wurden die betonartigen Gesteinsmassen, die bis zu 30 Millionen Jahre alt sind, scherzhaft als «Herrgottsbeton» bezeichnet. Verursacht werden die Felsabbrüche durch Witterungseinflüsse. Besonders im Winter, wenn Regenwasser in die Nagelfluhhänge sickert und gefriert, wird der Fels von innen gesprengt. Dadurch entstehen Risse und Spalten.

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