Flüchtlinge büffeln erstmals an der Uni Zürich

Premiere in Zürich: Erstmals können 20 Flüchtlinge ein Schnuppersemester absolvieren. Die meisten Teilnehmer stammen aus Syrien und Afghanistan.

Die Universität Zürich erleichtert Flüchtlingen den Einstieg in ein Studium mit einem Schnuppersemester.

Die Universität Zürich erleichtert Flüchtlingen den Einstieg in ein Studium mit einem Schnuppersemester. Bild: Stefan Walter

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Am kommenden Montag beginnt an der Uni Zürich (UZH) das Frühjahrssemester. Für 20 Flüchtlinge und 20 Studierende ein spezieller Tag. Denn erstmals können Flüchtlinge ein Semester lang an der Universität schnuppern. Unterstützt werden sie dabei von Studierenden, die sie als Mentoren begleiten, wie es in einer heute veröffentlichten Mitteilung der UZH heisst.

«Das Interesse der Flüchtlinge an diesem speziellen Angebot war sehr gross. Wir haben 79 Anmeldungen für das Schnuppersemester erhalten», sagt Sara Elmer, Projektleiterin der Abteilung Internationale Beziehungen. Die Fachstelle hat zusammen mit dem Verband der Studierenden der Universität Zürich VSUZH und der Amnesty-International-Hochschulgruppe Zürich das Schnuppersemester in die Tat umgesetzt.

Als Gasthörer an der Uni Zürich

8 Frauen und 12 Männer, im Alter zwischen 22 und 29 Jahren, wurden schliesslich ausgewählt. Sie verfügen bereits über ein angefangenes oder abgeschlossenes Studium, fast Hälfte hat bereits einen Universitätsabschluss – 8 Flüchtlinge besitzen einen Bachelor und eine Person einen Master. Die meisten von ihnen leben schon seit zwei oder drei Jahren in der Schweiz.

Von den 20 Flüchtlingen stammen 10 aus Syrien, 3 aus Afghanistan, je 2 aus Eritrea und dem Iran sowie je eine Person aus Tschetschenien, Palästina und Zimbabwe.

Studienalltag kennen lernen

Sie besuchen als Gasthörer Vorlesungen an der Uni Zürich. Dabei können sie frei wählen und auch Vorlesungen verschiedener Fächer kombinieren. Nicht zugänglich sind allerdings Kurse der Medizinischen und der Vetsuisse-Fakultät, die generell für Gasthörer nicht offen stehen.

Laut Uni interessieren sich die Flüchtlinge stark für die Studienfächer Wirtschaft, Englisch, Biologie und Recht. Ziel des Schnupperns ist, dass die Flüchtlinge die Anforderungen eines Studiums in der Schweiz kennen lernen, mit dem Studienalltag vertraut werden und sich auf eine Bewerbung für eine Hochschule vorbereiten können.

Grosses Engagement der Studierenden

Das Interesse, einen Flüchtling zu betreuen, ist bei den Studierenden gross. «Wir haben rund 80 Anmeldungen von Interessierten erhalten», sagt Christian Schmidhauser, Co-Präsident des VSUZH. Die Mentoren treffen sich zu Semesterbeginn mit den Flüchtlingen und helfen ihnen bei der Auswahl passender Vorlesungen, der Einschreibung als Hörer und allgemein bei der Orientierung an der Universität.

Finanziert wird das neue Schnuppersemester über den Solidaritätsfonds für ausländische Studierende. Daraus werden die regulären Kosten für die Gasthörer von schätzungsweise 11'000 Franken bezahlt. Das Programm ist bislang für zwei Jahre beziehungsweise vier Semester vorgesehen. Pro Flüchtling beschränkt sich die Teilnahme auf maximal zwei Semester.

Im Herbst des vergangenen Jahres bot die Eidgenössische Technische Schule (ETH) ein Schnuppersemester für Flüchtlinge an. Auch bei der ETH stiess das Angebot auf grosses Interesse. (wsc)

Erstellt: 14.02.2017, 12:26 Uhr

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