Zum Hauptinhalt springen

Frau trieb fatales Dreiecksspiel

War die Messerstecherei in Thalwil ein Kampf um eine Frau oder ein Tötungsversuch? Gestern kreuzten die Parteien vor dem Bezirksgericht die Klingen.

Von Gaby Schneider Horgen – Mit 2,32 Promille Alkohol im Blut war der Beschuldigte Ende Januar 2010 in der Wohnung seiner Lebenspartnerin auf den Nebenbuhler gestossen. Der verpasste ihm ein blaues Auge, worauf sich der 41-jährige Thalwiler mit dem Brotmesser wehrte. Dann ging er mit einem Chinamesser auf ihn los und fügte dem sich wehrenden Mann eine Reihe von Stichen zu. Als «absurd» bezeichnete der Verteidiger an der gestrigen Gerichtsverhandlung die vom Staatsanwalt geforderte Strafe von 12 Jahren Gefängnis unbedingt für die Messerattacke auf einen 47-jährigen Automechaniker. Der Verteidiger bewertet die Tat keineswegs als versuchte vorsätzliche Tötung, höchstens als einfache, eventuell schwere Körperverletzung und plädierte für eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten bedingt auf zwei Jahre. Heimtückisch wie der böse Wolf Der Staatsanwalt konnte im Verhalten des Beschuldigten keine Notwehrsituation feststellen. Er habe sich heimtückisch wie der Wolf bei den sieben Geisslein verhalten. Als ihm die Frau zuerst den Einlass in die Wohnung verweigerte, versprach er friedlich zu sein, was aber keineswegs der Fall war. Der Staatsanwalt attestierte dem Beschuldigten ein brutales Vorgehen. «Die Schnittverletzungen waren nicht lebensgefährlich», argumentierte die Verteidigung. Zudem habe die Frau ein «ambivalentes Dreiecksspiel getrieben». Das habe den Beschuldigten in eine psychische Ausnahmesituation versetzt und in die Alkoholsucht zurückfallen lassen. Seine Motivation war nur, den Rivalen zu besiegen und der Frau zu zeigen, dass er der Stärkere sei. Das Dreieck hat sich übrigens aufgelöst: Die Frau hat heute zu keinem der Männer eine Beziehung.Das Urteil wird am nächsten Mittwoch bekannt gegeben.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch