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Freund im grossen Stil betrogen

Eine heute 25-Jährige hat auf den Namen ihres Freundes einen Kredit aufgenommen und Kreditkarten bestellt. Nun muss sie ins Gefängnis.

Von Sandra Zrinski Dielsdorf – Im Europapark Rust gab sie an einem Tag 1000 Franken aus. Zwei Wochen davor leistete sie sich für 350 Franken einen Coiffeurbesuch. Und immer wieder gab sie in jenem Herbst 2007 mehrere Hundert Franken für Klamotten, Schuhe und anderes aus. Die heute 25-jährige gelernte Serviceangestellte berappte ihren grosszügigen Lebensstil aber nicht selbst, sondern ihr damaliger Freund kam dafür auf. Er wusste allerdings nichts davon. Denn: Seine Freundin, die gestern vor dem Bezirksgericht Dielsdorf stand, hatte seine Unterschrift gefälscht und so Kreditkarten auf seinen Namen bestellt. Damit aber nicht genug. Es gelang ihr auch, einen Kredit in der Höhe von 28 000 Franken auf den Namen des Freundes aufzunehmen. «Unverfrorenes» Verhalten Etwa zu der Zeit, als ihr der Kredit überwiesen wurde, musste die Schweizerin vor den Staatsanwalt in Zürich treten. Dort lief ein anderes Verfahren wegen ähnlicher Betrügereien. Sie hatte nämlich bereits ihren Wohngemeinschaftspartner über den Tisch gezogen. Der vorsitzende Richter betitelte gestern das Vorgehen der Angeklagten als «unverfroren» und «hanebüchen». «Waren Sie denn völlig unbeeindruckt vom Verfahren, dass Sie bei Ihrem Freund im gleichen Stil weitermachten?», so der Richter. Sie habe sich in einer Art Spirale befunden und erst später erkannt, was sie getan habe. Insgesamt gab die Angeklagte rund 10 000 Franken auf Kosten ihres Partners aus, verprasste den gesamten Kredit und verwendete 4200 Franken, die ihr der Freund für die Bezahlung der Miete gegeben hatte, für eigene Bedürfnisse. Unterdessen hat die junge Frau einen festen Job. Sie hat im letzten Jahr eine eigene Hochzeits-Eventagentur aufgezogen und daneben gejobbt, weil das Geschäft nicht genug einbrachte. Vor dem Bezirksgericht erschien sie sehr adrett und gepflegt gekleidet. Ihre Vergangenheit konnte sie damit aber nicht ungeschehen machen. Neben den beschriebenen Delikten war sie bereits für das Fälschen eines Arztzeugnisses und wegen Diebstahls verurteilt worden. Und immer war sie mit bedingten Strafen davongekommen. «Dies darf nicht nochmals passieren, denn Sie scheinen von den Verfahren nicht beeindruckt», sagte der Richter gestern. Keine bedingte Strafe mehr Die 25-Jährige wurde zu einer Haftstrafe von zwölf Monaten verurteilt. Die Hälfte davon muss sie absitzen, allerdings in Halbgefangenschaft. Den neuen Job wird die Angeklagte deshalb nicht verlieren. Bei der Urteilsbegründung führte der Richter aus, dass sie auch eine Gefängnisstrafe von zwei bis drei Monaten für ausreichend gehalten hätten. «Dies geht aber aufgrund des Gesetzes nicht.» Zudem muss die junge Schweizerin den erschlichenen Kredit und die aufgelaufenen Zinsen und rund 10 000 Franken an den Ex-Freund zurückzahlen. Auch die Gerichtskosten von rund 2500 Franken muss sie berappen.

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