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Für Wanderer, die auch Gourmets sindFür Wanderer, die auch Gourmets sind

A Point Gasthof Gyrenbad ob Turbenthal A Point Gasthof Gyrenbad ob Turbenthal Im Gasthof Gyrenbad könnte es einem passieren, dass vor lauter Schauen das Essen kalt wird. Was wir tunlichst vermeiden wollen, denn es wäre wirklich schade drum: Serviert wird nämlich eine eigenständige Mischung zwischen währschaften und kreativen Speisen: Schweinscarré-Braten mit Datteln und Nüssen gefüllt, dazu Kräuternüdeli (30.50 Fr. mit Suppe). Die Nuss-Dattel-Füllung passt ausgezeichnet zum saftigen Schweinebraten. Die süss-saure Orangen-Balsamico-Sauce irritiert den Begleiter beim ersten Bissen, um ihn beim zweiten zu überzeugen. Die Kalbsfiletwürfel an Calvadossauce mit Apfelstückchen sind zart und etwas pfeffrig, was der Kresserisotto aber gut verträgt (41.50 Fr., ebenfalls mit Suppe). Dazu nehmen wir einen erfrischenden Riesling aus der Gegend und einen Ossinger Blauburgunder (beide 4.50 Fr./dl). Speisen wie Getränkeauswahl zeugen vom klaren Gestaltungswillen der Gastwirtefamilie Kunz. Selbst der Eistee ist hausgemacht. Der Gasthof Gyrenbad liegt im Tösstal oberhalb von Turbenthal und Zell, unterhalb des Schauenbergs mit seinem beeindruckenden Rundum-Panorama. An diesem schönen Sonntag sitzen auf der gedeckten Terrasse Mountainbiker im Papageienlook neben Wanderern mit Dächlikappe und Familien auf dem Sonntagsausflug. Wer nicht will, muss nicht gross und teuer essen: Auf der Karte hat es auch Faustbrot (ab 7 Fr.) oder Spaghetti Gyrenbad (mit Peperonisauce, 17.50 Fr.). Info an die Kinder: Die Pommes sind gut. Drinnen werden gerade eine Taufe und ein Geburtstag gefeiert. Eine ansteckend fidele Gesellschaft ist im Gyrenbad zusammengekommen, nur die Bedienung ist etwas kurz angebunden, was man ihr bei dem Ansturm nicht verübeln kann. Nach luftiger hausgemachter Schoggimousse (11 Fr.) und gebrannter Crème – ganz ohne bitteren Geschmack in der Kruste (8 Fr.) – können wir nun zum Schauen übergehen. Durch einen Vorhang von Glyzinien streut sich das Licht auf die Terrasse. Der gepflegte Park (mit Kinderspielplatz) führt ins satte Grün und ist von alten Linden und Kastanien begrenzt. Die Farbigkeit des Hauses korrespondiert damit bestens: türkis die Schindeln, grünblau die Bänkchen. Und das Innere des Gebäudes ist schon allein einen Ausflug wert. Das Haus war ab 1500 ein Kurhaus mit Badestuben, 1932 ging es in den Besitz der Familie Kunz über. 1968 wurde der Badebetrieb aufgegeben. Die Schwestern Lore und Monika Kunz führen den Gasthof zurzeit in dritter Generation. Seit 1985 steht das Gyrenbad unter Denkmalschutz. 1990 bis 1992 wurde der ganze gewachsene Komplex für acht Millionen Franken umfassend, aber sanft renoviert. Noch immer ist der Dachreiter mit Glocke zu sehen, der einst die Badegäste zum Essen rief. Und noch immer ist die Kurhaus-Atmosphäre überall spürbar – so wundert es nicht, dass wir uns beim Verlassen des Gyrenbads bestens erholt fühlen. Helene Arnet Gasthof Gyrenbad oberhalb Turbenthal, Tel. 052 385 15 66, www.gyrenbad.ch, Mo und Mi bis Sa 9–23 Uhr, So 9 bis 21.30 Uhr, Di geschlossen. Das Postauto hält vor dem Haus.

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