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FÜrs gemüt

Seit kurzem wirtet das Ehepaar Kaiser im Hotel Hirschen in Meilen – und dies mit viel Witz und Charme.

von Sarah sidler (Text) und Thomas Burla (Foto) italienisch edel Der erste Eindruck trügt nicht: Gemütlich ists im Hirschen, diesem Riegelhaus an der Seestrasse in Meilen. Sympathisch und kompetent der Service: Mette Kaiser begrüsst uns und schlägt als Apéro ein Glas Riesling-Silvaner aus dem Meilemer Rebberg vor. Eine gute Alternative zum ewig Gleichen, die zudem direkt ennet der Strasse wächst. Bald bringt der Kellner ein Amuse-Bouche: Lachstatar auf Randencarpaccio mit frischen Sprossen. Was aussieht wie gemalt, schmeckt leider etwas fad. Beim Rotwein werden wir bestens beraten: Den Edizione Cinque Autoctoni vdt 2006 aus den Abbruzzen dürfen wir probieren (86.-/Flasche). Ein Genuss, diese Cuveé aus fünf Traubensorten. Sie passt zu Fisch und zu Fleisch, die Mette Kaisers Gatte Freddy in der Küche zubereitet. Nachdem wir uns nach dem Fischlieferanten erkundigt haben – Bianchi –, bestellt meine Begleitung Thunfischwürfel in Honig-Chili-Kruste mit Sesam auf Rucolasalat (18.-). Die mit Sesam umhüllten Würfel sind leicht angebraten worden und noch warm. Fein. Das Honig- und das Chiliaroma bleibt jedoch allzu sehr im Hintergrund. Die zweite Vorspeise gibts mit Meeresbohnen. Dieses nicht ganz alltägliche Gewächs (siehe blaue Box) passt bestens zum würzig angebratenen Hummerschwanz (27.-). Bald darauf werden die Kalbsinvoltini, gefüllt mit Spitzmorcheln und getrockneten Tomaten, serviert. Die Fleischröllchen sind zart und grosszügig bemessen (45.-). Die Spitzmorcheln gehen geschmacklich etwas unter. Wie gewünscht erhalte ich Olivenküchlein statt Thymiankartoffeln als Beilage. Die Bezeichnung Kartoffelstock-Küchlein wäre passender gewesen: Von den Oliven ist wenig zu schmecken. Cherrytomate, Broccoliröschen und Radieschen wirken etwas verloren auf dem Teller. Das perfekt gebratene Rindsfiletsteak auf Barolosauce mit Taglierini schmeckt zart, die Sauce würzig, die Pasta ist frisch. Das angekündigte«bunte Gemüse» erweist sich als Blattspinat (49.-). Nach jedem Gang erkundigt sich der Gastgeber, der auch kocht, nach unserem Wohl, und dies bis zum Dessert. Eine der vier Schokoladenvariationen der Dessertkarte preist das Personal – nachdem wir sie verzehrt haben – als Aphrodisiakum an. Wir würden es dann schon noch merken. Wir verabschieden uns lachend. Beim Ehepaar Kaiser im Hirschen am See ist der Gast König. Di–So 11.30–14 und 18–22 Uhr

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