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Gebrselassie war zu schnellVonarburg/Stofer ruderten zu SilberKuhn/Zumkehr im Sand zu Bronze

Leichtathletik. - Haile Gebrselassie hielt sich an ein bewährtes Credo: Angriff ist die beste Verteidigung. Schliesslich wollte der 36-jährige Äthiopier seinen Marathonweltrekord von 2:03:59 Stunden, den er vor einem Jahr in Berlin aufgestellt hatte, in der deutschen Hauptstadt unterbieten. Also stürmte der 26-fache Weltrekordhalter los und war nach Rennhälfte (61:48 Minuten) konsequenterweise 16 Sekunden schneller als 2008 nach 21,1 km. Die 30 km passierte er mit seinem letzten Hasen Sammy Kosgei dann gar so schnell wie noch kein Mensch vor ihm (1:27:49).

Doch bei seinem 11. Lauf über 42,2 km musste sich auch Gebrselassie dem obersten Gesetz über die Prestigedistanz beugen: Ein Marathon beginnt erst nach 30 km wirklich, und zu schnelles Starten rächt sich. Gebrselassie verlor in der Folge sukzessive an Tempo. Gar einen Kilometerabschnitt von 3:13 Minuten (38.) musste er zulassen, um durchzuatmen und noch als Erster anzukommen. In 2:06:08 war er 56 Sekunden schneller als der Kenyaner Francis Kiprop und einer von 34 964 Klassierten.

Unter ihnen sorgten drei Schweizer für Highlights: Maja Neuenschwander erfüllte in 2:35:44 die Vorgabe von 2:43 für die EM 2010 klar. Heinz Frei und Sandra Graf waren die schnellsten Rollstuhlsportler. Der Solothurner triumphierte in Berlin bereits zum 19. Mal. (cb)

Rudern. - Drei Wochen nach der knapp verpassten Finalqualifikation an der WM in Poznan (Pol) holten sich André Vonarburg und Florian Stofer an der EM in Brest (WRus) die Silbermedaille. Der Sempacher Doppelzweier zeigte nach direkt erfolgter Finalqualifikation bei starkem Seitenwind ein taktisch geschicktes Rennen. Sie lagen auf der gesamten Strecke eine halbe bis drei Viertel Bootslängen hinter den führenden Esten Raja/Taimsoo, hielten die hartnäckige Konkurrenz aber relativ sicher in Schach.

Kurz nach Rennhälfte versuchten die Schweizer, die WM-Dritten anzugreifen, konnten die Schlagzahl aber nicht mitgehen. Gegen die ausschliesslich osteuropäischen Duos schafften Vonarburg/Stofer letztlich die jeweils erste Medaille in der Elite-Kategorie auf internationalem Level. Insbesondere für Schlagmann Stofer war es der schöne Schlusspunkt einer schwierigen Saison. Der 28-jährige Luzerner war zu Beginn des Jahres durch eine Rippenverletzung stark behindert gewesen.

Auch Regina Naunheim im Frauen-Skiff qualifizierte sich für den Final. Die Athletin des Seeclubs Wädenswil, die via Hoffnungslauf in den letzten Wettkampf vorgestossen war, belegte Rang 5. Nach guten 1250 Metern fiel die EM-Dritte des letzten Jahres zurück und konnte nicht mehr in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Gold gewann die weissrussische Weltmeisterin Jekaterina Krasten. (Si)

Beachvolleyball. - Simone Kuhn und Nadine Zumkehr krönten ihre beste gemeinsame Karriereleistung mit dem Gewinn der EM-Bronzemedaille in Sotschi (Rus). Die Luzernerin Kuhn (29) und die Bernerin Zumkehr (24) gewannen das Spiel um Rang 3 gegen die topgesetzten Liesbet van Breedam/Liesbeth Mouha (Bel) 23:25, 21:17, 16:14. Gold gewannen überraschend die Lettinnen Inese Jursone und Inguna Minusa gegen die Titelverteidigerinnen Sara Goller/Laura Ludwig (D) mit 21:18, 17:21, 17:15. Bei den Männern verteidigten die Holländer Nummerdor/Schuil ihren Titel. Sascha Heyer und Patrick Heuscher waren in den Viertelfinals an den Weltmeistern Brink/Reckermann (D) gescheitert.

Zumkehr sprach nach dem hochklassigen und hart umkämpften Spiel vom grössten Moment ihrer Karriere: «Ich bin überglücklich, mit einer Medaille nach Hause gehen zu dürfen.» Kuhn komplettierte mit dem unerwarteten 3. Rang ihren EM-Medaillensatz, nachdem sie mit Nicole Schnyder-Benoit 2001 Silber und 2004 gar den Titel gewonnen hatte. «Es war ein ausgeglichenes Spiel auf wirklich hohem Niveau. Zum Glück haben wir es am Ende geschafft, unseren kleinen Vorsprung zu halten», sagte Kuhn zum ausgeglichenen letzten Durchgang. Am Schluss bewiesen Kuhn/Zumkehr Nervenstärke. (Si)

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