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Gelbe Karte für die Bülacher Abfallsünder

Beim ersten Mal gibts eine Verwarnung, dann eine 100-Franken-Busse: Bülach greift in Sachen Littering durch und will, dass die Bevölkerung umdenkt.

Von Kathrin Morf Bülach – «Foul» prangt seit heute auf 30 Plakaten in Bülach, und die Polizei verteilt Gelbe Karten. Die Stadt geht aber nicht gegen unfaire Fussballspieler vor, nein, Abfallsünder sind das Ziel der Kampagne. «Das neue Polizeigesetz erlaubt uns, im Falle von Littering eine Busse von 100 Franken auszusprechen», erklärt Stadtrat Jürg Hintermeister. «So überlegt jeder zweimal, ob er die PET-Flasche auf den Boden wirft – oder mit dem Geld seinen Schatz ausführt.» Erstmal überreichen die Polizisten den Ertappten aber nur die Gelbe Karte. «Foul – ihr Dreck ist nicht im Tor gelandet», ist darauf ebenso zu lesen wie Genaueres zur neuen Verordnung. Wiederholungstäter müssen die Busse indes berappen. Und ab Juni zückt die Polizei nur noch Busszettel. «Dabei lassen wir gesunden Menschenverstand walten», betont Stadtpolizist Attila Uysal. Spuckt jemand einen Kaugummi auf eine Wiese, drücken die Polizisten also vielleicht ein Auge zu. Plakate und Karten sind Teil einer umfassenden Littering- und Vandalismuskampagne, in die Bülach 100 000 Franken pro Jahr investiert. Die Stadt wolle mit den Bussen nicht einfach ihr Budget aufbessern, versichert Hintermeister. Solche Massnahmen seien nötig, damit Bülach sauber bleibt. Gegen «Kuschel-Bevölkerung» Darum appelliert die Stadt auch an alle, die Müllsünder beobachten. Dass sich Leserbriefschreiber über die Kuscheljustiz in Sachen Littering aufregen, will Hintermeister nämlich nicht auf sich sitzen lassen. «Die Behörden greifen jetzt durch», sagt er. «Nun müssen auch die Leute wieder schimpfen, wenn sie jemanden beobachten, der Müll wegwirft. Die Bevölkerung muss aufhören, eine Kuschel-Bevölkerung zu sein.»

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