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Gemeinde ist wieder am Puls des Stöckli

Sanierung, Umbau, Neubau - der Uetiker Gemeinderat solle bei wichtigen Entscheidungen über die Alterssiedlung Stöckli mitbestimmen, finden die Genossenschafter.

Mehr Einfluss: Gemeindepräsident Kurt Hänggi vor der Alterssiedlung. (Bild: Gesa Lüchinger/TA)
Mehr Einfluss: Gemeindepräsident Kurt Hänggi vor der Alterssiedlung. (Bild: Gesa Lüchinger/TA)

Zurück auf Feld eins: Bei wichtigen Entscheidungen muss die Genossenschaft der Alterssiedlung Stöckli ab sofort wieder den Uetiker Gemeinderat miteinbeziehen - so, wie das bis vor anderthalb Jahren der Fall war, ehe die Statuten geändert wurden. Damit sollen Alleingänge des Vorstands vermieden und die Interessen der Gemeinde besser vertreten werden.

Die 104 Genossenschafter haben an der ausserordentlichen Generalversammlung (GV) vom vergangenen Freitag (TA vom Montag) einen entsprechenden Vorstoss von Markus Brandenberger (SP) einstimmig angenommen. Sein Antrag ist eine Ergänzung zum Vorschlag des Vorstandes, den Gemeinderat bei der Prüfung alternativer Standorte für das Stöckli miteinzubeziehen: «Mir ist wichtig, dass die Gemeinde auch bei Fragen zu Raumgestaltung, Mietzinsen und bei Bedarfsabklärungen mitreden kann», sagt der ehemalige Kantonsrat auf Anfrage. Die Alterspolitik werde über die Gemeinde koordiniert, und das solle auch in Zukunft so bleiben.

Einer der Genossenschafter hatte im Laufe des Abends sogar den Antrag gestellt, dass wie bis vor gut einem Jahr ein Gemeinderat im Vorstand der Genossenschaft vertreten sein soll. Der Antrag war für die GV nicht traktandiert und kam deshalb nicht zur Abstimmung.

Gemeinde möchte zurück in Vorstand

Doch der Genossenschafter brachte auf den Punkt, was sowohl für Brandenberger als auch für den Gemeinderat Sinn machen würde: eine Gemeinderatsvertretung im Vorstand. «Wir haben es seinerzeit bedauert, dass wir aus dem Leitungsgremium ausgeschlossen wurden», sagt Gemeindepräsident Kurt Hänggi (parteilos), der ebenfalls an der Versammlung teilnahm. Bei der Gemeinde würden die Fäden zur Altersplanung zusammenlaufen. Man stehe sowohl mit dem privaten Altersheim Abendruh in Kontakt als auch mit der Di-Gallo-Gruppe, der das Haus Wäckerling gehört. «So betrachtet, würde es Sinn machen, wenn die Gemeinde wieder im Vorstand des Stöckli vertreten ist», sagt Hänggi.

Dies habe im Moment aber keine Priorität. Wichtiger sei, dass man in Ruhe abkläre, was die Bedürfnisse der Uetiker seien und wie weit sich diese allenfalls mit der vorhandenen Infrastruktur befriedigen liessen. Ob das Stöckli neu gebaut, umgebaut oder lediglich saniert wird, soll in den nächsten Monaten geklärt werden.

«Kritik war unter der Gürtellinie»

Der Vorstand hatte an der GV einen Kredit von 100 000 Franken für Sanierungs- und Umbauabklärungen beantragt. Gutgeheissen wurde allerdings der Vorschlag von Hänggi, diesen Betrag auf die Hälfte zu reduzieren.

«Damit kann ich leben», sagt Ruedi Bohli, Präsident der Genossenschaft. Mit 50 000 habe man einfach nicht ganz so viel Spielraum. Für ihn steht aber fest, dass ein Neubau am selben Ort nicht realisierbar ist. Zudem, so hat Bohli inzwischen auch erkannt, sei es nicht angenehm, wenn Menschen mit 85 noch zweimal umziehen müssten. Er betont allerdings, dass die Genossenschaft eine Verantwortung gegenüber den Häusern habe, die saniert werden müssten. Ausserdem empfindet er es als falsch, wie sich einzelne Personen an der GV gegenüber dem Vorstand verhalten hätten. Der aggressive Ton und die Kritik «unter der Güterllinie» seien nicht in Ordnung gewesen. «Man hätte sich auch zusammensetzen können, statt es an der GV zum Eclat kommen zu lassen.»

Der Vorstand, der sich aufgrund der emotionalen Debatte überlegt, geschlossen zurückzutreten, trifft sich diese Woche, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

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