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Gemeinde wird möglicher Betreiber des geplanten Pflegeheims

Für den Betrieb des geplanten Pflege- und Wohnheims in Richterswil haben sich nur zwei Interessenten gemeldet. Deshalb prüft die Gemeinde den Eigenbetrieb.

Von Elio Stamm Richterswil – Es mangelt an Konkurrenz in Richterswil. Die Gemeinde hatte Inserate in Tageszeitungen und in Fachzeitschriften geschaltet, verschiedene spezialisierte Firmen angeschrieben. Doch für den Betrieb des geplanten Pflege- und Wohnheims im Zentrum sind nur zwei Bewerbungen eingegangen. Dies sagte Fanny Andermatt von der Suter von Känel Wild AG am Dienstagabend im Hotel Drei Könige. Dort informierte der Gemeinderat über den 1,4-Millionen-Franken-Projektierungskredit für das Projekt an der Gartenstrasse. Es soll Richterswil die dringend benötigten Pflegeplätze bringen. Über den Kredit stimmt Richterswil am 15. Mai ab.Andermatts Ortsplanerfirma unterstützt die Exekutive dabei, einen Betreiber zu finden. «Ideal wären etwa vier Bewerber gewesen», sagt Andermatt nach der Veranstaltung, «aber der private Markt gibt im Moment nicht mehr her.» Spezialisierte Firmen wie Bethesda, die in Küsnacht ein Pflegeheim betreibt, seien schon mit eigenen Projekten beschäftigt, andere wie Di Gallo befänden sich in Umstrukturierungsphasen. Es hätten sich aber auch keine Vereine oder Stiftungen gemeldet. Hohe Anforderungen Richterswil stellt hohe Anforderungen an den gesuchten Betreiber, der mit einem 20-monatigen Mietvertrag mit Option auf Verlängerung ausgestattet werden soll. Dieser muss etwa das von der Gemeinde angestrebte Wohngruppenkonzept umsetzen, Pflege bis zur höchsten Pflegestufe anbieten und gut mit ergänzenden Diensten wie der Spitex zusammenarbeiten. Gemeindepräsident Hans Jörg Huber (FDP) schliesst angesichts der wenigen Bewerbungen nicht mehr aus, dass die Gemeinde selbst als Betreiber auftritt. «Diese Option und die damit verbundenen Kosten werden genauso geprüft wie die beiden Bewerbungen», sagt Huber. Bereits in der Verantwortung Damit steht die Gemeinde ein weiteres Mal davor, noch mehr Verantwortung zu übernehmen. Ursprünglich war vorgesehen, dass die Seniocare AG das neue Pflegeheim finanziert und betreibt. Die Seniocare AG betreibt bereits das ebenfalls an der Gartenstrasse gelegene Heim Etzelblick. Nachdem die Verhandlungen ins Stocken geraten waren, beschloss die Gemeinde vor einem Jahr, die rund 15 Millionen Franken teure Finanzierung selbst zu übernehmen. Und nun steht also auch der eigenhändige Betrieb plötzlich als Variante im Raum. Ob die Seniocare AG einer der beiden Bewerber ist, wollte die Gemeinde gestern weder bestätigen noch dementieren. Bei einem Ja der Stimmbürger am 15. Mai kann das Projekt «Barbara» mit seinen 56 Pflegeplätzen im Detail geplant und voraussichtlich im Herbst 2012 der Baukredit zur Abstimmung gebracht werden. Die Kosten dürften 13,4 Millionen Franken betragen. Von den 1,4 Millionen Franken Planungskredit geht fast die Hälfte, rund 700 000 Franken, an die Architekten Michael Meier und Marius Hug. Meier nutzte die Gelegenheit, um im Chüngesaal nochmals ausführlich auf die Vorzüge des eleganten dreistöckigen Baus hinzuweisen. 100 000 Franken sind für einen Bauherrenberater vorgesehen. Dieser soll die Interessen der Gemeinde gegenüber den Architekten und Baufirmen vertreten «und den Baupreis so senken», sagte Fanny Andermatt von der Suter von Känel Wild AG. 27 Bewerbungen seien dafür eingegangen.Dass Richterswil mit Andermatt und Meier zwei Experten für die Infoveranstaltung aufgeboten hat, zeigt die Wichtigkeit des Projekts, das schon manche Hürde überwinden musste. Am 9. März erst wurde das Projekt von einer Initiative der ehemaligen Gemeinderäte Marlies Zaugg (FDP) und Walter Leuthold (SVP) herausgefordert. Die Initiative verlangte an der Gartenstrasse 7 Alterswohnungen. Sie wurde abgelehnt und das Aus für das Pflegeheim damit abgewendet. Durch all diese Unwägbarkeiten hat der Gemeinderat gelernt zu kämpfen. (els)

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