Aus Fenerbahce wird United Zürich

Der Fussball-Drittligist strebt den nächsten Aufstieg an und will den Namen ändern.

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24 Spiele in Serie hat Fenerbahce mittlerweile in der Meisterschaft für sich entschieden. Die letzte Niederlage in einem Pflichtspiel datiert vom 19. Oktober 2008. Nach dem Aufstieg in die 3. Liga haben die Stadtzürcher damit in der Gruppe 2 nach der Hinrunde bereits wieder 9 Punkte Vorsprung auf die nächsten Verfolger Altstetten und Schlieren. Die sportlichen Qualitäten von Fenerbahce bekam nun auch der Zweitliga-Spitzenklub Bassersdorf in der 3. Runde des Regionalcups zu spüren. Die Unterländer mussten sich am Mittwoch auf der Sportanlage Buchlern mit 0:2 geschlagen geben - und sie waren damit noch gut bedient. Nach der Führung durch Zako Vuletic (18.) sündigte der (Noch-)Unterklassige mehrfach im Abschluss, ehe Remo Di Jorio, Bruder von Franco, in der 82. Minute endlich die Siegsicherung gelang.

Die jüngste Erfolgsgeschichte hat ihren Ursprung in der Winterpause der Spielzeit 2007/08, als die Stadtzürcher in der 4.-Liga-Gruppe 4 den vorletzten Rang belegten. «Fenerbahce soll der grösste Ausländerverein des Verbands werden», verkündete der neu engagierte Sportchef Giuseppe Fabio damals vor dem Start zur Rückrunde. Ziel sei es, mit dem Verein in der Saison 2013/14 in der interregionalen 2. Liga zu spielen.

13 Spieler im Seniorenalter

Dieser Vision ist Fenerbahce nach zwei Jahren mit einer gänzlich umgekrempelten Mannschaft einen grossen Schritt näher gekommen. Fabio - früher in derselben Funktion bei Inter Club, Altstetten und Bülach tätig - gelang es sogleich, mit seinem Beziehungsnetz und einem Budget für Spesenzahlungen eine Reihe von erfahrenen Fussballern mit zumeist mindestens Erstliga-Erfahrung für den Verein zu gewinnen. 13 Spieler sind bereits im offiziellen Seniorenalter (ab 32). Der grösste Coup war dabei im Sommer 2008 die Verpflichtung seines Göttibuben Franco Di Jorio, für den er einst die ersten Verträge beim FC Zürich und Lausanne ausgehandelt hatte. Er habe seine Karriere bei Giuseppe Fabio gestartet und werde sie bei ihm auch beenden, begründete der langjährige Profi den ungewöhnlichen Wechsel vom Super-League-Klub St. Gallen zum damaligen Viertligisten Fenerbahce.

Freude an Di Jorio und an der sportlichen Entwicklung des Vereins hat auch Bernhard Fanger. «Wir sind auf Kurs», sagt der Vizepräsident. Bei einem neuerlichen Aufstieg im nächsten Sommer in die regionale 2. Liga hätten die Zürcher nun sogar drei Saisons Zeit, um die angestrebte Stufe zu erreichen. Diesen Schritt möchte Fenerbahce als FC United Zürich angehen. «Wir wollten auf die kommende Saison hin einen neuen, neutralen Namen», begründet Präsident Orhan Yilmaz. Der Klub soll künftig nicht mehr für ein einziges Volk stehen, erklärt er. «In unserem Verein spielen Fussballer aus zwölf verschiedenen Nationen.» Dass der aktuelle FC Fenerbahce Zürich nicht mehr viel mit seinen ursprünglichen Wurzeln gemein hat, wurde auch in der Cup-Partie gegen Bassersdorf schnell klar. Kein einziger türkischer Spieler stand im Aufgebot.

Die Pläne von Fenerbahce sind mittlerweile zum Fussballverband Region Zürich vorgedrungen. «Wir haben von einer möglichen Umbenennung erfahren, ein konkretes Gesuch ist allerdings noch nicht eingetroffen», sagt Geschäftsführer Patrick Meier. Anlässlich der nächsten Sitzung des Regionalvorstandes werde die mögliche Namensänderung aber diskutiert.

Bis 2018 in die Super League

Die Macher von Fenerbahce wollen sich aber nicht mit einem Multikultiverein und interregionalem Zweitliga-Fussball im Jahr 2013 begnügen. Bei der Fener Sport & Management AG mit Sitz in Regensdorf, deren einzige Aktionäre Yilmaz und Fanger sind, arbeitet bereits eine Sekretärin, die sich ausschliesslich um den administrativen Bereich kümmert - und neuerdings Ioanis Vagias als Geschäftsführer. Besonders daran: Vagias ist auch Spieler-Trainer der Drittliga-Mannschaft. Gemäss Yilmaz bergen diese beiden Positionen allerdings kein Konfliktpotenzial. Solange er sich im Vorstand engagiere und Vagias als Trainer amten wolle, habe dieser sein vollstes Vertrauen, bekräftigt der Präsident.

So oder so: Bei Fenerbahce denkt man einen Schritt weiter. Trotz des komfortablen Vorsprungs und der Rückkehr der Langzeitverletzten Dragoslav Janicijevic und Carmelo Trande will man sich gemäss Präsident Yilmaz in der Winterpause weiter verstärken. Zwei oder drei neue Akteure sollen es schon sein. Und natürlich hat man beim künftigen FC United Zürich nach dem geplanten Aufstieg in die 2. Liga interregional schon die nächste Vision. «Bis 2018 wollen wir in der Super League sein», sagt Vizepräsident Fanger selbstbewusst.

Ob es neben dem FCZ und den Grasshoppers überhaupt eine dritte Zürcher Kraft im Schweizer Spitzenfussball braucht, schert Fanger dabei wenig. «Wir wollen etwas bewegen und uns den nötigen Platz schaffen.» Ex-Profi Franco Di Jorio (am Ball) zieht beim Drittligisten Fenerbahce die Fäden im Mittelfeld. Foto: Thomas Burla (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.11.2009, 02:02 Uhr

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