Die Fischstube am Zürichhorn wird im alten Stil neu gebaut

Wie an der Landi 1939 erhält das Restaurant ein Schilfdach, und die Terrasse vorn am See verschwindet.

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Zürich - Noch zwei Sommer lang können in der bei Sonne knallvollen, bei Regen aber leeren Fischstube die Eglifilets à la meunière verspeist werden. Dann ist ein Jahr Pause, doch schon im Frühling 2013 soll eine neue Fischerstube eröffnet werden, die dann das ganze Jahr über in Betrieb sein wird.

Die Holzpfähle im Wasser und die Balkenkonstruktion sind so morsch, dass die Stadt auf die Renovation des beliebten Seerestaurants verzichtet und sich für einen Neubau entschieden hat. Dies auch deshalb, weil die heutige Fischstube ein Nachbau ist, denn das originale Seerestaurant der Landesausstellung brannte 1956 ab. Nur die kleine Dépendance auf der Südseite, Fischerhütte genannt, ist ein Original von 1939. Original wäre auch der Name Fischerstube, doch Wirt Siegenthaler machte daraus schon 1945 die heute gebräuchliche Fischstube. Das neue Restaurant erhält den alten Namen zurück.

Fast eine Rekonstruktion

Für den Neubau inklusive Gartenbuffet schrieb das Amt für Hochbauten letztes Jahr einen Wettbewerb aus, mit ungewöhnlich engen Vorgaben: Nutzung, Lage, Geschosszahl und Dachform müssen ungefähr dem Original entsprechen - «wesensgleich» sein. So verlangt es das kantonale Raumplanungsgesetz für Ersatzneubauten in der Freihaltezone.

Auf Bestreben der Denkmalpflege leitete die Stadt daraus folgende Vorgaben für den Neubau ab: steiles Schilfdach, sichtbare Pfahlfundation, hölzernes Tragwerk und - für die Gäste schmerzlich - keine seeseitige Terrasse mehr. Diese im Sommer überaus beliebte Terrasse fehlte in der ursprünglichen Fischerstube; sie wurde erst 1952 angebaut.

63 Teams meldeten ihr Interesse am Architekturwettbewerb an, 7 durften teilnehmen. Gestern wurde der Sieger vorgestellt: Patrick Thurston aus Bern, geboren 1959 in Uetikon am See. Seine Konstruktion lasse die Qualitäten der ursprünglichen Fischerstube wieder aufleben, lobte das Preisgericht, das sich von der Zeitlosigkeit der klassischen Zimmermannskunst in Bann gezogen fühlte. Thurston habe nicht einfach eine Rekonstruktion gemacht, sondern eine sensible und intelligente Auseinandersetzung mit den Werten der Landi-Architektur und ihre Übersetzung in einen neuzeitlichen Bau.

Seit einem Umbau im Freilichtmuseum Ballenberg hat Thurston Erfahrung mit Schilfdächern; damals kamen die Dachdecker aus Lettland. Für das Dach am Zürichhorn will er Schilf aus mageren Böden, sprich Naturschutzgebieten verwenden, da dieses stärkere Fasern hat. Auch muss das Dach steil sein, damit das Schilf nach Regen schnell trocknet.

Die neue Fischerstube wird wie bisher 120 Plätze haben (plus 30 in der Hütte), auf der Veranda aber nur noch 115 statt 170, weil die seeseitige Terrasse wegfällt. Rund 12 Millionen Franken kostet der Neubau im Minergie-Eco-Standard nach heutiger Schätzung. Die Vermietung wird neu ausgeschrieben. So sahs aus: Die Fischerstube 1945 ohne Terrasse auf der Seeseite. Fotos: PD So siehts aus: Die nachgebaute Fischstube mit Seeterrasse. Foto: Sophie Stieger So wirds aussehen: Die neue Fischerstube, wieder mit Schilfdach und ohne Seeterrasse. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 29.01.2010, 02:01 Uhr

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