Die Kuhhirten der Goldküste sammeln sich für hohen Besuch aus den USA

Denkwürdiges geschah am Donnerstag im Smallplace: Die «Goldcoast-Cowboys» empfingen Stuart Oliver und Kate Becker aus Tucson. Es fetzte gewaltig.

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Hombrechtikon - Seit zweieinhalb Jahren ist das Smallplace in Hombrechtikon der «Place to Go» für Liebhaber guter Musik. Wirt und Koch Marcus Lutz geht mit dem Kochlöffel ebenso virtuos um wie mit den Schlagzeugstöcken - er spielt in verschiedenen Formationen mit. Zum Beispiel bei den Swoon, die vor zwei Jahren ein sensationelles Revival-Konzert im Erlibacherhof gegeben haben - nach 34 Jahren Bühnenabstinenz.

Das Wirtepaar Marcus und Monika Lutz sind in die Kategorie «musikverrückt» einzustufen. «Jeden Samstag bieten wir unseren Gästen einen Life-Act», erklärt die Chefin. Das Spektrum reiche von Blues über Rock bis zu Country und Reggae. «Und jeden zweiten Freitag führen wir eine‹Stubete› mit Ländlermusik durch», sagt sie.

Das Lokal, im Scheunenstil eingerichtet mit langen Holztischen und Bänken und einer langen Bar passt perfekt zu den verschiedensten Musikrichtungen. «Das Smallplace ist ein Lokal, wie ich es von den USA her kenne. Ein kleiner, feiner Raum mit guter Musik», meint der Küsnachter Dieter Werner, der Sänger der Band Swoon. Die Goldcoast Cowboys, die er kennt, gefallen ihm sehr gut, die Sängerin Kate Becker findet er klasse. «Schade, dass sie nicht mehr gesungen hat, aber auch Stuart Oliver ist gut. Das Zusammenspiel mit den Cowboys klingt toll, wenn man bedenkt, dass sie kaum zusammen geübt haben», zeigt er sich begeistert.

Kollekte mit dem Stetson

In der kurzen Pause geht Felix Peter mit dem Stetson durch das Lokal und sammelt Geld für die Musiker. Jeder kann geben, was er will. Regina Haas aus Stäfa geniesst mit ihrem Partner Max Blaser den Abend. Die beiden besuchen das Smallplace regelmässig, sie kennen die Wirtin. «Einmal fand ein Rockkonzert statt, das war uns zu laut, da sind wir schnell wieder gegangen», sagt Haas lachend. Aber diese Formation gefalle ihr, fügt sie an.

Dem Küsnachter Bernhard Huggel hingegen ist es zu wenig rockig. Er spielt Hardrock auf seinem Schlagzeug daheim. Huggel hat übrigens den gleichen Urgrossvater wie der Basler Fussballer Benjamin Huggel. Nun ist es an Stuart Oliver und Kate Becker, dem Publikum Tucson näher zu bringen. Die warme, voluminöse Stimme von Kate Becker überzeugt im Duett mit Oliver. Bekannte Standards wie «Folsom Prison Blues» und «From a Buick Six» wechseln mit eher unbekannteren Titeln.

Pia Walder aus Rüti besucht das Smallplace hin und wieder. Ihr gefallen die verschiedenen musikalischen Stilrichtungen, die geboten werden. «Und das Lokal ist so‹aamächelig›, hier trifft man sich ungezwungen, wenn man gute Musik hören will», sagt sie. «Cocaine Blues» des unvergesslichen Johnny Cash weckt Erinnerungen. Nicht an weisse «Strassen», sondern an die endlosen Weiten des Westens, des Cowboy-Landes. Die Goldcoast-Cowboys machen ihrem Namen alle Ehre und intonieren die Songs perfekt. Felix Peter hatte die Idee zum Bandnamen. «Letztes Jahr in den USA bin ich zufällig Stuart Oliver begegnet», sagt er. «Seine Musik gefiel mir, und ich bat ihn, wenn er je in die Schweiz käme, etwas zusammen mit uns zu machen. Kommt dazu, dass ich seine Partnerin Kate von meiner Zeit in Bern her kenne.»

Plötzlich sei dann die Nachricht gekommen, dass die zwei in die Schweiz kämen. Also hat Peter eine Band zusammengetrommelt, die Goldcoast Cowboys. Es sind alles Musiker aus Bands, in denen er schon gespielt hat. Dann wurde einmal zusammen beim Keyboarder Jürg Bruhin in Zumikon geübt, und nach der Ankunft von Becker und Oliver gab es noch eine gemeinsame Probe. Als Nächstes ging es ab ins Smallplace.

Trouvaille für Musikfreunde

Dort weilt auch Susanne Guggenbühl aus Küsnacht unter den Gästen. Ihr gefallen das Konzert und der Ort. «Das ist eine echte Trouvaille für Musikfreunde», sagt sie. Und auch Heinz Bächinger aus Wolfhausen ist ein Fan des Smallplace. «Hier trifft man sich, ich bin oft hier und nehme immer wieder Leute mit, damit sie den Ort kennen lernen», meint er. Der Life-Act der Goldküsten-Cowboys hat ihm gefallen, und er freut sich schon aufs nächste Konzert mit einer Blues-Formation. D. Werner. R. Haas. M. Lutz. B. Huggel. P. Bächinger. P. Walder. Guggenbühl. M. Lutz. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.05.2010, 02:01 Uhr

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