Fenaco-Tochter Bison übernimmt 200 IT-Leute

Unruhe bei der deutschen PC-Ware führen zum Massenexodus bei der Schweizer Tochter Comparex.

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Das kommt nicht alle Tage vor: In einem regelrechten Putsch gegen die Führung des deutschen PC-Ware-Konzerns hat die komplette Geschäftsleitung der Schweizer Tochter Comparex den Rücktritt eingereicht. An einer Mitarbeiterveranstaltung hat Rudolf Fehlmann, Chef der mit 30 Prozent an Comparex beteiligten Bison Schweiz aus Sursee LU, gestern der gesamten Mannschaft eine neue Stelle zu den gleichen Bedingungen angeboten. Alle Mitarbeitenden, die kündigten, erhielten von Bison eine schriftliche Garantie, dass sie nach dem Austritt bei der Comparex zu gleichen Anstellungsbedingungen in ein Gefäss im Umfeld der Bison übernommen werden. «Beinahe alle der 200 Mitarbeitenden haben unterdessen gekündigt und unser Angebot angenommen», bestätigt Bison-Sprecherin Iris Fehlmann einen Online-Artikel des Fachmagazins «Computerworld».

Das IT-Unternehmen Bison Schweiz gehört zu 49 Prozent dem Agrarkonzern Fenaco (Landi, Volg, Agrola, Ramseier). 2002 hatte Bison 70 Prozent der damaligen Tochter Bison Systems an die PC-Ware in Leipzig verkauft, weil der Bereich nicht zum Kerngeschäft von Bison gehörte. Die Bison Systems hiess in der Folge PC-Ware Systems Schweiz und wurde vor wenigen Wochen für über 100 000 Franken in Comparex umfirmiert. Die Firma hat Standorte in Sursee, Basel, Bern und Winterthur.

Angst vor Entlassungen

Nach hohen Verlusten befindet sich die deutsche PC-Ware, die seit Januar 2009 der IT-Tochter der Wiener Raiffeisen-Bank gehört, seit letztem Sommer in einer tiefgreifenden Restrukturierung. Die Angst vor Entlassungen und einem radikalen Umbau des Konzerns hatte seit geraumer Zeit auch das hiesige Personal erfasst, obschon das Geschäft in der Schweiz gut lief und in den letzten drei Jahren 30 neue Stellen geschaffen worden waren. «Da bei der Comparex-Belegschaft eine grosse Verunsicherung spürbar wurde und es zu diversen Kündigungen kam, mussten wir handeln», sagt Sprecherin Iris Fehlmann. Als Minderheitsaktionär sei Bison vom deutschen Management nicht über strategische Entscheide informiert worden, sodass man das Vertrauen verloren habe. Schliesslich sei es auch darum gegangen, Bison und damit die Fenaco als grössten Kunden der Comparex zu schützen.

Unter welchem Namen und in welcher Form die Geschäfte der Comparex unter dem Dach von Bison Schweiz weitergeführt werden, ist noch offen. Mit PC-Ware werde man in Verhandlungen treten. Durch die Übernahme steigt die Zahl der Bison-Angestellten auf einen Schlag von 340 auf rund 540 Köpfe. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.04.2010, 02:03 Uhr

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