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Gemeinden profitieren von einer modernen Schallanlage

Für die Flughafenanwohner wird es mit der neuen Schallschutzanlage leiser, vor allem nachts. Das Uvek hat insgesamt die Begehrlichkeiten der Gemeinden stark berücksichtigt.

Eine Anlage wie in Milwaukee, Wisconsin, könnte bald in Zürich stehen.
Eine Anlage wie in Milwaukee, Wisconsin, könnte bald in Zürich stehen.
PD

Die Plangenehmigung für eine moderne Schallschutzanlage, in welcher künftig Triebwerkstandläufe von Flugzeugen durchgeführt werden, ist ein umfangreiches Papier. Daher konnten weder die Anrainergemeinden Rümlang, Kloten und Opfikon noch die Swiss auf Anfrage gestern dazu Stellung nehmen. «Wir müssen den Entscheid erst studieren», hiess es einhellig. Beide Parteien hatten gegen die Baupläne der Unique (Flughafen Zürich AG) Einsprache erhoben, daher hatte sich der Baubeginn auch verzögert. Am Dienstag erteilte das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) nun unter Berücksichtigung der Einsprachen die Baubewilligung.

Unique zahlt Bussgeld an Gemeinden

Wie Anton Kohler, Sprecher des Bundesamts für Zivilluftfahrt, sagt, habe man versucht, den Bedürfnissen der Swiss wie auch denjenigen der Anwohnern gerecht zu werden. Andere Vorstellungen bestanden vor allem über die Nutzung der Anlage. «Mit dem neuen Reglement», so Kohler, «ist man den Gemeinden nun aber stark entgegengekommen.» Das zeigt sich daran, dass praktisch alle Punkte der vorab getroffenen privatrechtlichen Vereinbarung zwischen der Unique und den Anrainergemeinden in die Verfügung des Uvek eingeflossen sind. So soll beispielsweise der Betrieb der neuen Anlage nur wenige, zahlenmässig genau erfasste Ausnahmen erlauben: In der Nacht zwischen 22 Uhr und 6 Uhr dürfen pro Jahr nur 35 Standläufe ausserhalb der Anlage stattfinden und maximal nur einer pro Nacht. Überschreitet die Unique diese Marke, muss sie den Gemeinden ein Bussgeld von 10'000 Franken pro Verstoss zahlen. Zudem sollen die Tests nachts auf offenem Feld auf der Piste und nicht mehr auf den alten Standplätzen West durchgeführt werden, was besonders das am meisten von Lärm betroffene Rümlang entlastet.

Damit aber die Swiss als eine der Hauptbenützerinnen der neuen Schallschutzanlage auch auf ihre Rechnung kommt, ist ihr das Uvek bei den Tests tagsüber und innerhalb der Anlage besonders entgegengekommen. So dürfen von 7 bis 19 Uhr mehr Standläufe durchgeführt werden als bisher. Für die Swiss, so die Begründung des Uvek, sei der Flughafen Zürich die Heimbasis. Daher müsse es für sie möglich sein, die vorgeschriebenen Triebwerktests zur Wahrung eines sicheren Flugbetriebs durchzuführen.

Neue Anlage nach US-Vorbild

Die neue U-förmige, nach oben offene Anlage soll nach dem Vorbild von bereits existierenden Schallschutzanlagen in Amerika gebaut werden (siehe Bild). In der Länge misst sie 102 Meter und in der Breite 86 Meter. Die Wände bestehen aus speziell entwickelten Schalldämm-Kassetten. Geschätzter Kostenpunkt: 9 Millionen Franken.

Auf dem Flughafen Zürich kommt die moderne Anlage auf dem Vorfeld Werft, nordwestlich der Werften 2 und 3, zu stehen. Um die Ausbreitung der Schalldruckpegel zwischen den beiden Werftgebäuden zu verhindern, wird eine zusätzliche Schallschutzwand gebaut. Die moderne Anlage ist so bemessen, dass sie alle Flugzeugtypen aufnehmen kann, die zurzeit am Flughafen Zürich verkehren. Zu klein wäre sie allerdings für die Triebwerktests an einem Airbus vom Typ A380. Müsste dieser trotzdem einmal in Zürich gewartet werden, so fiele er unter die zahlenmässig genau erfassten Ausnahmen.

Inbetriebnahme in einem Jahr

Im Herbst 2009 könnte die neue Schallschutzanlage in Betrieb genommen werden, falls nun keine Beschwerden gegen die Plangenehmigung des Uvek beim Bundesverwaltungsgericht eingehen. Die Swiss und die drei Anrainergemeinden sowie weitere Beschwerdeführer – darunter auch fünf Privatpersonen aus Rümlang – haben hiefür 30 Tage Zeit.

Gehen Beschwerden ein, verzögert sich der Bau abermals – und die Anrainergemeinden werden noch länger ohne Anlage beschallt. Ein Zustand, der eigentlich schon vor sieben Jahren hätte behoben werden sollen. Denn schon damals wollte der Flughafen den Bau der modernen Schallschutzanlage in Angriff nehmen. Der 11. September und das Swissair-Grounding haben diese Pläne aber vereitelt. Standläufe werden daher seit dem Abbruch der alten, defekten Röhren im Jahr 2004 grösstenteils auf offenem Feld durchgeführt, was eine hohe Lärmbelastung für die Anrainer bedeutet.

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