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Gemeindewahlen Wer gewinnt das Oberriedner Schulpräsidium? Ein Neuer, Beat Wüthrich, und eine Frau, Verena Reichmuth-Graf, kandidieren zwar, aber kämpfen kaum. Von Bettina Ledergerber

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen ums Schulpräsidium

Richtig spannend präsentiert sich die Ausgangslage bei den Oberriedner Behördenwahlen vom 13. Juni nur in einem Gremium: der Schulpflege. Es gilt, das Präsidium neu zu besetzen. Und auch die übrigen sechs Sitze sind umstritten. Es kandidieren vier Bisherige und fünf Neue.

Der Kampf ums Schulpräsidium zeigt sich in Oberrieden nur mit ein paar Plakaten und Flugblättern. Dass es bislang zu keiner Schlammschlacht gekommen ist, hat weniger mit der Ausgangslage als mit den Personen zu tun. Die bisherige Kandidatin Verena Reichmuth-Graf (parteilos) ist eine äusserst zurückhaltende Persönlichkeit, und Beat Wüthrich (FDP) ist ein Neuling auf dem Oberriedner Politparkett. Zu riskant wäre es da, als Erster anzugreifen. Zudem hat seine Partei einen Gemeinderatssitz zu verlieren. Gesundheits- und Umweltvorstand Erich Messerli tritt zurück. Weil sich Schulgemeinde und Politische Gemeinde im Sommer zur Einheitsgemeinde zusammenschliessen, erhält der Schulpflegepräsident automatisch den siebten Gemeinderatssitz. Verliert Wüthrich, verliert die FDP.

Doch wer ist Wüthrich? Der Physiker war zuletzt 14 Jahre lang Rektor der Kantonsschule Enge. Nun will er sich auch nach seiner Pensionierung für die Schule einsetzen. Er hat kaum Ahnung von der Schule Oberrieden, der Volksschule - abgesehen von ein paar Schulbesuchen und dem Wissen, dass Oberriedner Gymnasiasten dank der guten Vorbildung immer wieder glänzend abschneiden, was er bei jeder Gelegenheit betont.

Obwohl Beat Wüthrich sich selten in der Öffentlichkeit Oberriedens zeigte, hat er sich als «Vereinsmeier», wie er sich selbst bezeichnet, einen lokalen Bekanntheitsgrad aufgebaut. Er präsidiert den ökumenischen Kirchenchor Oberrieden und singt im Sängerverein Thalwil. Dazu ist er Mitglied in diversen anderen Vereinen.

Reichmuth-Graf liegt vorne

Nichtsdestotrotz ist der Bekanntheitsgrad von Verena Reichmuth-Graf im Dorf grösser. Sie ist Mutter von drei Kindern, und sie sitzt seit acht Jahren in der Schulpflege. Sie kennt nicht nur ihr Ressort Primarschule in- und auswendig, sondern sich auch in der Schulpolitik aus. Reichmuth-Graf ist parteilos, geniesst aber viel Unterstützung, vor allem von Sympathisanten der linken Parteien, und auch einige ihrer Kolleginnen und Kollegen in der Schulpflege wünschen sich die Kollegin als Vorsitzende. Offiziell will sie sich aber von keiner Partei unterstützen lassen. Eine Anfrage der SP diesbezüglich hat sie ausdrücklich abgelehnt.

So kommt es am Sonntag in einer Woche zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Dossierkenntnis und Überzeugungskraft. Erstmals nimmt die Schulpräsidentin oder der Schulpräsident auch im Gemeinderat Einsitz. Es ist fraglich, ob die exzellente Kenntnis der Schule Oberrieden von Verena Reichmuth-Graf dafür reicht. Wie sie an der Wählerversammlung von letzter Woche sagte, werde ihr Fokus weiterhin auf der Schule liegen. Beat Wüthrich holte in dieser Frage deutlich mehr Punkte: Er sprach vom Ortsbild, welches seiner Meinung nach bewahrt werden, und vom Dorfleben, welches gepflegt werden soll.

Wüthrich ist eine Führungspersönlichkeit, und so tritt er auch auf. Mit dem Satz «Ich bin einfach der Beste für das Amt» sorgte er beim Podium der Wählerversammlung bei einigen Wählern für Lacher, bei anderen eckte er damit aber auch an.

So liegt kurz vor dem Schlussspurt Reichmuth-Graf wohl eine Nasenspitze vorne. Auch weil viele es der FDP noch nicht verziehen haben, dass sie ihren Kandidaten in letzter Minute nominiert hat und sich nach der zehnjährigen Präsidialzeit von Albert Ulrich (FDP) viele eine Frau an der Spitze des Gremiums wünschen.

Zweiter Sitz für die SVP

Im Gemeinderat bleibt fast alles beim Alten. Wie auch bei den Sozialbehörden, der Rechnungsprüfungskommission und der Kirchenpflege wurden den Stimmbürgern vorgedruckte Wahlzettel versandt. Auch wäre es bei dieser Ausgangslage mehr als eine Überraschung, wenn jemand das absolute Mehr nicht erreichen würde. So wird Martin Arnold (SVP) wohl für weitere vier Jahre als Präsident gewählt. Im Dorf ist er gut akzeptiert. Neu gesellt sich sein Parteikollege Roger Müller in den Rat, der bei den letzten Wahlen scheiterte. Der ehemalige Finanzvorsteher der Schulgemeinde wird das gleiche Amt voraussichtlich vom zurücktretenden Hansruedi Leuzinger erben. V. Reichmuth-Graf (parteilos bish.). Beat Wüthrich (FDP, neu).

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