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Gerber ohne Rost, Schweiz ohne Chance

Nur der Emmentaler Rückkehrer überzeugte beim 0:4 gegen Schweden.

Für Martin Gerber gab es nach dem 0:4 gegen Schweden einen Extraapplaus von den 3000 im ausverkauften Winterthurer Deutweg und eine Uhr als Auszeichnung des besten Schweizers. Dass der Goalie diese Ehrungen zu Recht erhielt, obwohl er nur die ersten 20 Minuten gespielt hatte, sagt alles über die Leistung seines Teams. Gerber liess nach einigen teils spektakulären Paraden erst den 18. und letzten schwedischen Schuss auf sein Tor passieren und beendete den Abend mit einer starken Fangquote von 94,44 Prozent.

«Ich bin zufrieden mit meiner Leistung», sagte der Emmentaler. «Aber das Wichtigste ist, dass ich wieder einmal spielen konnte.» Sein letzter Einsatz ist schon über vier Monate her und endete mit einer schweren Nackenverletzung, die zugleich den vorzeitigen Abbruch seiner Saison mit dem russischen Klub Atlant Mitischtschi bedeutete. Rostig wirkte der 35-Jährige aber nicht. «Unter meiner Maske war etwas Rost», scherzte Gerber, der in seiner Karriere noch nie so lange pausieren musste. «Ich bin froh, dass ich diesen Aufbau mit dem Nationalteam machen kann.» Weil Gerber bei Atlant immer noch als verletzt gilt, wird ihn der gestrige Einsatz wohl einen Monatslohn kosten. Die WM und die Neulancierung seiner Karriere haben für den Goalie, der noch ohne Vertrag für die kommende Saison ist, aber Priorität.

Gerber hielt die Schweiz im Spiel, als sie im Startdrittel wie schon am Mittwoch arg in Bedrängnis war und liess sich erst in der 17. Minute von Pettersson bezwingen. Im Gegensatz zur Partie in Arosa konnte das Team von Sean Simpson danach nicht reagieren. Nylander bezwang Genoni, der Gerber ab der 21. Minute ersetzte, schon mit der ersten Torchance im Mitteldrittel zum 2:0 (24.). 39 Sekunden vor der zweiten Pause sorgte Viklund mit dem 3:0 für die Entscheidung. Und 101 Sekunden nach Wiederbeginn traf Andersson zum 4:0. Die Schweizer sorgten ihrerseits nur sehr selten für Torgefahr.

Heute wieder Kaderschnitt

Bei den beiden letzten und beim ersten Gegentreffer sah das Verteidigerpaar Helbling/Back nicht vorteilhaft aus. Die beiden gehören zur Mehrheit der aktuellen Verteidigung, die auf diesem Niveau nicht (oder noch nicht) mithalten kann. Das ist insofern kein Problem für Simpson, als er unter den Playoff-Finalisten allein für die Defensive bis zu sieben WM-Kandidaten hat, von denen mindesten drei (Bezina, Josi, Furrer) gesetzt sein dürften. Dazu hofft der Nationalcoach weiter auf den NHL-erfahrenen Luca Sbisa, der in diesen Tagen mit den Verantwortlichen von Anaheim über eine Freigabe spricht.

Für die Fortsetzung der Vorbereitung nächste Woche mit den Partien in Schwenningen gegen Deutschland (Mittwoch) und in Minsk gegen die Slowakei (Samstag) und Weissrussland (Sonntag) steht der 19-Jährige aber noch nicht zur Verfügung. Die Kaderveränderungen, die Simpson erst heute offiziell bekannt gibt, betreffen daher vor allem die Offensive. Am Dienstag werden in Kloten die aus Nordamerika heimgekehrten Ambühl, Simek und Niederreiter erwartet. Sciaroni und Joggi sind wohl am stärksten vom Kaderschnitt bedroht. Zurück in Aktion: Goalie Martin Gerber - in doppelter Schweizer Rücklage mit Marcel Jenni. Foto: Patrick Krämer (Keystone)

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