Zum Hauptinhalt springen

Gibt es eine Meldepflicht für tote Katzen?

In Glattfelden sind 30 Katzen verschwunden. Jetzt schalten zwei Frauen den Tierschutz ein.

Von Sarah Sidler Glattfelden/Bülach – Unter den in Glattfelden vermissten Tieren befinden sich auch die Tiere von Barbara Braun und der Tierärztin Ursula Iljazi. Statt länger um ihre Lieblinge zu bangen, sind sie aktiv geworden: Sie wollen, dass die Jagdaufseher der Gemeinden tote Katzen melden, wie es bereits in Glattfelden gemacht wird – sei es dem Tierarzt in der Nähe oder der Tiermeldezentrale. «Es besteht eine Meldepflicht für Fundgegenstände», sagt Iljazi. Um diese Pflicht auch bei toten Tieren durchzusetzen, haben sich die Tierliebhaberinnen mit der Stiftung Tier im Recht (TIR) in Verbindung gesetzt. Vermisstenliste verkürzen Gieri Bolliger, Geschäftsleiter und Rechtsanwalt der Stiftung für das Tier im Recht (TIR), klärt derzeit ab, ob tote Tiere gesetzlich zu Fundgegenständen zählen. «Falls dies zutrifft, wollen wir Gemeindewerke und die Öffentlichkeit über die Meldepflicht informieren», sagt er. Barbara Braun und Ursula Iljazi wollen den Mitarbeitern der Sammelstellen von Tierkadavern ein Merkblatt verteilen, «um die Zuständigen auf die Meldepflicht und -Möglichkeiten aufmerksam zu machen», sagt die engagierte Tierärztin. Die Initiantinnen erhoffen sich davon, dass sich die lange Liste der vermissten Tiere verkürzt, denn die Ungewissheit über den Verbleib eines Tiers sei das Schlimmste für Tierfreunde. Die Ungewissheit lässt auch der Glattfelder Tierärztin Ursula Iljazi keine Ruhe: «Besonders in der dunklen Jahreszeit denke ich vermehrt an meine Katzen.» Sie hat dem Bülacher Werkhof einen Koffer vorbeigebracht, versehen mit Mikrochip-Lesegerät, Digitalkamera und einem vorbereiteten Formular. Damit sollen die Werkarbeiter Katzenkadaver dokumentieren und im besten Fall identifizieren. Die Daten leiten die Angestellten des Werks der Tierärztin weiter, und diese informiert dann die Besitzer. Bülacher Werke machen mit Esther Dunst, Bereichsleiterin Entsorgung in Bülach, bestätigt die neue Zusammenarbeit. Gleichzeitig macht sie aber darauf aufmerksam, dass die Werkarbeiter auf Bülachs Strassen nur wenige Katzenkadaver finden. «Höchstens zehn pro Jahr.» Verletzte Katzen verkriechen sich. Viele Tierkadaver würden von Privatpersonen auch in die Sammelstelle geworfen. Diese Katzen können die Werkarbeiter nicht identifizieren. Container eigens für Katzenkadaver anzubringen, sei kein Thema. Doch die beiden Glattfelderinnen lassen sich nicht beirren. «Wenn wir auf diesem Weg nur zwei Katzen monatlich identifizieren können, sind wir bereits zufrieden.» Um diese Zahl zu multiplizieren, seien derzeit Gespräche mit einer Firma im Gang, die Mikrochip-Lesegeräte herstellen. Das Unternehmen stellt Tierärzten für den Kauf der neusten Modelle vergünstigte Preise in Aussicht, wenn sie ihre alten Mikrochip-Lesegeräte Werkhöfen oder Tierkadaversammelstellen spenden.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch