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Glossar der Fachbegriffe

Der SIL ist der Richtplan für Flughäfen. Dieser wird vom Bundesrat erlassen. Im SIL wird unter anderem festgelegt, welche Pistenbauten zulässig sind. Ist eine Piste im SIL eingetragen, heisst das noch nicht, dass sie tatsächlich gebaut wird. Der SIL für den Flughafen Kloten ist noch nicht rechtskräftig. Der Bundesrat will im nächsten Jahr den entsprechenden Beschluss fassen. Gemäss den bisherigen Plänen ist in Kloten einzig eine Verlängerung der Pisten 10/28 und 14/32 zulässig. Der Bund müsste einen solchen Ausbau bewilligen. Das Zürcher Volk kann mittels Referendum eine Abstimmung über Pistenneu- und -ausbauten verlangen. Zwei weitere wichtige im SIL enthaltene Punkte sind die Abgrenzungslinie und zulässige Betriebssysteme. Diese Linie legt fest, in welchem Gebiet künftig Menschen Fluglärm über dem Grenzwert tolerieren müssen. Ausserhalb der Linie muss der Flughafen die Lärmgrenzwerte zwingend einhalten. Das Betriebssystem regelt, welche An- und Abflugrouten wann offen sind. Derzeit gilt ein provisorisches System, das im Wesentlichen so aussieht: 6 bis 7 Uhr (Sa/So bis 9 Uhr) Südanflüge, ab 21 Uhr Ostanflüge, Starts nach Norden und Westen. Übrige Zeit Nordanflüge, Starts nach Westen und Süden. Dieses Betriebssystem ist auch im SIL enthalten. Daneben gibt es zwei weitere Varianten: Auf dem bestehenden Pistensystem (Variante E): 6 bis 21 Uhr Nordanflüge, Starts nach Westen und Süden. Ab 21 Uhr Ostanflüge, Starts nach Norden und Westen. Mit verlängerten Pisten (Variante J): 6 bis 10 und 14 bis 21 Uhr Nordanflüge, Starts nach Westen und Süden. In der übrigen Zeit Ostanflüge, Starts nach Norden und Westen. In allen Betriebssystemen drehen die Flugzeuge nach Südstarts normalerweise nach links ab; nur bei Verspätungen und Bise oder Nebel dürfen sie geradeaus fliegen. Diese gilt seit zehn Jahren und wurde von Deutschland erlassen. Die DVO verbietet Anflüge über Süddeutschland von 21 Uhr bis 7 Uhr (Samstag und Sonntag bis 9 Uhr). Pro Jahr sind höchstens 100 000 Anflüge über Süddeutschland zulässig. Bislang waren alle Verhandlungen zur Lockerung der DVO vergebens. Im Sommer dieses Jahres hiess es, die beiden Länder wollten sich bis Ende Jahr geeinigt haben, aber derzeit deutet wenig darauf hin, dass dies gelingt. Damit wird gemessen, wie viele Personen stark von Fluglärm belastet werden und wie sich deren Zahl im Lauf der Zeit verändert. Laut dem Flughafengesetz dürfen höchstens 47 000 Menschen stark belastet werden. Wird diese Zahl überschritten, muss der Kanton aktiv werden, etwa mittels Bauverboten. (leu)

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