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Gossauer Stimmberechtigte wollen keine Einheitsgemeinde

Die Schulbehörden sehen sich bestätigt, der Gemeinderat bedauert: Mit 1517 Nein gegen 1333 Ja lehnte Gossau die grosse Fusion ab. Bis 2011 sollen sich nun die Schulen vereinigen.

Gossau. - Seit drei Jahren diskutiert Gossau über die Einheitsgemeinde. Die Wogen gingen hoch. Kurz vor der entscheidenden Abstimmung am Wochenende reichte die frühere SP-Nationalrätin Barbara Marty Kälin beim Bezirksrat Hinwil eine Stimmrechtsbeschwerde ein. Sie wirft dem Gemeinderat vor, einseitig informiert zu haben. Marty Kälin gehörte am Wochenende zu den Gewinnerinnen. Bei einer Stimmbeteiligung von 44 Prozent lehnten die Stimmberechtigten die Fusion mit 53,2 Prozent Nein-Stimmen ab. Die Beschwerde wird sie deswegen nicht zurückziehen. «Es geht um die grundsätzliche Frage, ob sich der Gemeinderat mit Steuergeldern derart für seine Anliegen ins Zeug legen darf», sagte Marty Kälin.

Der Gemeinderat bedauert das Abstimmungsresultat. «Offenbar haben die von den Schulverantwortlichen mit Vehemenz geäusserten Befürchtungen ein stärkeres Gewicht gehabt als die Argumente des Gemeinderates», suchte er nach Erklärungen. Die Verlagerung der Diskussion «von der sachlichen auf die formale Ebene» scheine das Stimmvolk «zusätzlich irritiert» zu haben, vermutet Gemeindepräsident Jörg Kündig (FDP). Die Schulpräsidentinnen Cornelia Keller (parteilos) und Katharina Schlegel werten das Nein als Vertrauensbeweis in ihre Behörden. Jetzt sei der Weg frei für eine Schulfusion, sagte Keller. Im Frühling 2011 werde den Stimmberechtigten eine entsprechende Gemeindeordnung unterbreitet.

Die SVP, welche die Einheitsgemeinde initiiert hatte, sieht sich nicht als Verliererin. «Die Schulpflegen machten einen positiven Wandel durch», freute sich SVP-Präsident Armin Giger. «Die nun angestrebte Schulfusion ist ein Teilerfolg.»

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