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Gourmettempel in Laienhänden

Drei kochen, zwei fliegen abends raus. Das ist die Spielregel bei «Kochen Sie mit mir für den ‹Gault Millau›-Experten». Der Kochwettbewerb fand gestern im Restaurant Wiesengrund in Uetikon statt.

Von Christian Dietz-Saluz Uetikon – Gut essen im 2-Stern-Lokal ist schon ein Highlight. Wer dort sogar selber kochen darf, schwebt fast im siebten Gourmethimmel. Die Hobbyköchinnen Gisela Frick aus Männedorf, Janna Knall aus Meilen und Carina Faure Beaulieu aus Uetikon haben sich mit ihren dreigängigen Menüs für die Vorrunde von «Kochen Sie mit mir für den ‹Gault Millau›-Experten» qualifiziert. Jetzt schnipseln sie akribisch Gemüse, wenden Entenbrust im Ingwersud, packen Rindsfilet in eine Kruste aus Pistazien, Rosmarin und Thymian – im Gourmettempel der Extraklasse. Das Pinien-Couscous, gewürzt mit Ras al-Hanout, wird in 24 kleinen Ringformen gepresst. In Scheiben wird es abends den Zander begleiten. 24 Gäste urteilen dann – ohne Kenntnis der Hersteller – über das Resultat. Die «Überlebende» schafft es in den Final des von Credit Suisse initiierten Kochwettkampfs. Der findet nach drei Vorrunden am 5. Oktober statt. Der Sieger wird auf eine kulinarisch-kulturelle Reise nach Indien eingeladen. Erdbeeren adrett herrichten Die Show verbinde «Exzellenz mit versteckten Talenten», so begründet Paul Arni, Regionenleiter Zürich von Credit Suisse, das Engagement der Bank. «Und wir markieren mit der Veranstaltung lokale Präsenz», sagt Arni. Doch gestern ging es erst mal um Originalität, Kreativität, Saisonbezug der Zutaten und Machbarkeit auf dem Herd. «Jede Teilnehmerin bringt ihre eigenen Ideen und ihre Energie mit, das ist für uns spannend», sagt Hans-Peter Hussong. Mit seinen Mitarbeitern Thomas Schmidt und Marcel Kaufmann coacht er die Kandidatinnen. «Wir unterstützen, aber wir mischen uns nicht ein, wir bleiben unparteiisch», beschreibt er die Rolle der Profis. Beim «Coachen» kann man so nebenbei ein paar Tricks abschauen. Der Schnitt durch die Erdbeere: Warum längs, wenn es diagonal auch geht? Dann liegt die Frucht viel adretter auf dem Teller und bei ihrem Anblick läuft dem Juror gleich das Wasser im Mund zusammen.Aus «Lust und Liebe zum Detail» macht Gisela Frick mit. «Ich koche auch zu Hause gerne, da macht man keine anderen Dummheiten», sagt die Männedörflerin. Janna Knall schätzt am Kochen die Spontaneität und Fantasie, «obwohl ich zu Hause kaum Zeit dazu habe». Carina Faure Beaulieu hat ihr Menü schon zu Hause getestet. «Bei uns ist Kochen eine Familienkrankheit», sagt sie und stürzt sich wieder an die Arbeit. Ihre Mango-Variationen stehen an.Und dann erschienen die 24 Juroren. 24 Geniesser und doch unerbittliche Gastrokritiker. Sie liessen die Hobbyköchinnen nochmals schwitzen – der gestrige Tag endete für zwei von ihnen mit einer Enttäuschung, sie schieden aus. Welche beiden, war zu Redaktionsschluss noch nicht bekannt. Dies hingegen schon: Eine darf nochmals schwitzen, am 5. Oktober im Final. Hans-Peter Hussong unterstützte Gisela Frick (l.) und Carina Faure Beaulieu (r.) bei ihren Kreationen. Foto: Sabine Rock

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