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Grüne gegen Asyl-Auslagerung

Grüne-Präsident Jürg Reichel kritisiert die Auslagerung des Asylwesens in Wetzikon. Die Gemeinde gebe immer mehr Aufgaben ab.

Von Michael von Ledebur Wetzikon – Vergangene Woche wurde bekannt, dass die Gemeinde Wetzikon das Asylwesen auf den 1. Juli an die Asylorganisation Zürich (AOZ) überträgt. Es sei nicht gelungen, personelle Abgänge zu ersetzen. Diese Begründung ärgert die Grünen Wetzikon. «Wie kann es sein, dass eine Stadt mit 22 000 Einwohnern und gegen 200 öffentlichen Angestellten nicht in der Lage ist, zwei oder drei Leute anzustellen?», fragt Grüne-Präsident Jürg Reichel. Er moniert, Wetzikon übertrage eine kommunale Aufgabe an den Kanton und werde dem gestellten Anspruch als regionaler Zentrumsort nicht gerecht. Gemeindeschreiber Marcel Peter begründet den Schritt damit, dass es tatsächlich sehr schwierig sei, neues und gut ausgebildetes Personal im Sozialbereich zu finden. «Der Bedarf kann nicht vom Markt gedeckt werden.» Die Anforderungen seien deshalb so hoch, weil neben Kenntnissen im Sozialbereich auch solche in interkulturellen Belangen notwendig seien. Beispielsweise wenn man bei der Einquartierung auf verschiedene ethnische Gruppierungen Rücksicht nehmen müsse.Der Schritt, das Asylwesen auszulagern, sei nichts Ungewöhnliches und keine Verlagerung an den Kanton: Die AOZ sei ein ausgegliederter Verwaltungsbereich der Stadt Zürich. Auch andere regionale Zentren hätten das Asylwesen an externe Organisationen übertragen, etwa Wallisellen, Küsnacht oder Rüti. «Das ist momentan der klare Trend bei den Gemeinden. Es ist betriebswirtschaftlich sinnvoll, solch hoch spezialisierte Aufgaben an professionelle Organisationen zu übertragen.» Peter betont, dass lediglich die Koordination betroffen sei. Betreut würden die Asylsuchenden weiter in Wetzikon. Aus finanzieller Sicht bringe die Auslagerung keine Änderung. Die Gemeinden erhielten für die Unterbringung der Asylbewerber von Bund und Kanton eine Pauschale pro Person; diese würde nun der AOZ überwiesen. «Führen sehr viel allein aus» De facto wird das Asylwesen ohnehin bereits von der AOZ betreut. Nach einem krankheitsbedingten Ausfall des Leiters Asylkoordination hat die Organisation diese Aufgabe übergangsmässig übernommen. Die Grünen werfen der Gemeinde weiter vor, sie würde immer mehr Aufgaben auslagern. Als Beispiel nennt Reichel die Liegenschaftenverwaltung, die an die BDO Treuhand übergeben worden sei. Marcel Peter wehrt sich gegen diesen Vorwurf: «Wetzikon führt im Vergleich mit ähnlich grossen Kommunen sehr viele Aufgaben allein aus.»

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