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Gute Idee am See – oder: Tom Porro sollte mehr duschen

Tom Porros Idee, in Wädenswil am See einen Leuchtturm zu bauen, entstand unter der Dusche. Architekten haben sie weiterentwickelt, gestern wurden ihre Projekte präsentiert.

Der Sieger: Das Leuchtturm-Projekt der Bieler mlzd Architekten mit Seerestaurant und Bar meterhoch über Boden.
Der Sieger: Das Leuchtturm-Projekt der Bieler mlzd Architekten mit Seerestaurant und Bar meterhoch über Boden.
Visualisierung: PD

Tom Porro hat Ideen. Da stand er eines Morgens unter der Dusche, eingenebelt von Wasserdampf. In Gedanken steuerte er einen grossen Lastkahn durch dicken Nebel Richtung Hafen. Porros Kahn pflügte durch meterhohe Wellen, der Regen prasselte ans Fenster der Brücke. Da plötzlich war das Licht, zuerst ganz schwach, dann immer stärker – ein Leuchtturm wies ihm den Weg.

Tom Porro hatte einen Geistesblitz.

Die Idee eines Leuchtturms auf dem Wädenswiler Seeplatz liess den Wädenswiler seither nicht mehr los – er folgte dem Licht hartnäckig.

Gestern nun präsentierte Tom Porro im Namen seiner Firma Stratego4 den Sieger eines Architekturwettbewerbs: Die jungen Bieler mlzd Architekten. Sie entwickelten Porros Idee am überzeugendsten weiter: Mit ihrem Projekt «Gustave» – in Anlehnung an den Ingenieur Gustave Eiffel - setzten sie sich unter anderem gegen den weltbekannten Tessiner Architekt Mario Botta durch. Im Turm untergebracht werden sollen dereinst ein Seerestaurant und eine Bar, das Dach wird Aussichtsplattform sein.

Bob Gysin präsidierte die Jury. Die Bieler Architekten hätten das Thema Leuchtturm sehr gut interpretiert, sagt der Zürcher Architekt: Sie hätten an einer markanten Stelle einen klaren, schnörkellosen Baukörper hingestellt, der Wädenswil am linken Seeufer sichtbar mache. Für das Projekt spreche zudem, dass der Turm nur eine kleine Grundfläche beansprucht und den Seeplatz weitgehend offen lässt.

Turmbau bis 2011

Vier bis sechs Millionen Franken, rechnen die Initianten, wird der Leuchtturm kosten. Derzeit führen sie Gespräche mit möglichen Investoren, sagt Porro. Stadtpräsident Ernst Stocker (SVP) betonte an der gestrigen Präsentation, dass die Stadt das Projekt unterstütze, jedoch kein Geld in den Leuchtturm investieren werde; das Projekt soll privat finanziert werden.

Der Zeitplan sieht vor, dass für den Seeplatz ein Gestaltungsplan ausgearbeitet wird, das Baugesuch im nächsten Jahr eingereicht und der Bau 2011 fertiggestellt sein wird. Für Stadtpräsident Stocker ist der Leuchtturm ein ausgefallenes Projekt, das über Wädenswil hinaus strahlen wird. In seinen Augen wäre der Leuchtturm eine Marke für den Anspruch Wädenswils, als dritte Stadt am Zürichsee wahrgenommen zu werden.

Aufwertung ist Wunsch des Stadtrats

Der Leuchtturm am Seeplatz, der an Wädenswils bester Lage ein Zeichen setzt, war schon bei seiner ersten Präsentation ein Renner: Das erste Mal wurde Tom Porros Idee an der Ausstellung «Wädensville 2005» der Öffentlichkeit präsentiert. Damals zeigte der Stadtrat Möglichkeiten auf, wie der Seeplatz aufgewertet werden könnte – dieses Ziel setzte sich die Exekutive ein Jahr zuvor.

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