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Zürcher Gymischüler erhalten Jokertage

Der Kantonsrat hat sich für Jokertage auch an den Kantonsschulen ausgesprochen. Die SVP warnte vergebens, das gefährde die Qualität der Gymnasien.

Diese Jugendlichen überzeugten den Kantonsrat von Jokertagen für Mittelschulen. Hinten in der Mitte Lehrer Beat Brunner (mit orangem Hemd).
Diese Jugendlichen überzeugten den Kantonsrat von Jokertagen für Mittelschulen. Hinten in der Mitte Lehrer Beat Brunner (mit orangem Hemd).
Urs Jaudas

In der Primarschule gelten sie schon lange, nun werden sie auch im Gymi eingeführt: Jokertage. Schülerinnen und Schüler dürfen künftig an einzelnen Tagen dem Unterricht fernbleiben, ohne Gründe anzugeben. Das beschloss der Kantonsrat gestern mit 89:53 Stimmen.

Der Vorentscheid dafür war bereits im Januar gefallen, die Fronten an sich waren klar: Alle Fraktionen ausser SVP und EDU sagten Ja. Dennoch warfen die Gegner noch einmal alles in die Waagschale, um den Rat von ihrer Ansicht zu überzeugen. Rochus Burtscher (SVP, Dietikon) warnte, was das Parlament nun beschliesse, sei «ein weiterer Schritt zur qualitativen Nivellierung nach unten.» Statt die Jugendlichen zur Elite zu erziehen, werde ihnen beigebracht, abwesend zu sein: «Es geht nur noch darum, möglichst vom Staat zu profitieren.» Sein Parteikollege Matthias Hauser sprach von einem drohenden «Bildungsnotstand». Der Einsatz war vergebens, die anderen Fraktionen liessen sich nicht überzeugen.

Erfolg für Bülacher Kantischüler

Wann genau die Jokertage eingeführt werden und wie viele der Kanton den Mittelschülern zugesteht, ist noch unklar. Dies regelt der Regierungsrat in einer Verordnung. In der Primarschule sind zwei freie Tage pro Jahr möglich, im Gymi könnten es aber auch weniger sein, sagte Jacqueline Peter (SP, Zürich), die Präsidentin der vorberatenden Kommission. Damit könnte sie nicht unrecht haben: Die Kantonsschul-Rektoren haben sich gegen das Anliegen ausgesprochen, und auch Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) unterstützte es nicht.

Das Ja des Kantonsrats ist ein grosser Erfolg für 14 ehemalige Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Zürcher Unterland. Sie hatten sich in einem Semesterkurs im Frühjahr 2015 mit dem Thema Kampagnen befasst und beschlossen, sich politisch für Jokertage einzusetzen. Die Gruppe sammelte nicht nur Unterschriften, sie überzeugte auch ihren Lehrer Beat Brunner, eine Einzelinitiative für Jokertage einzureichen – die Schülerinnen und Schüler konnten das nicht selbst tun, da sie noch nicht volljährig waren.

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