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Hadids Luxusvilla bleibt Luftschloss

Das Küsnachter Projekt der Stararchitektin Zaha Hadid ist gestorben: Immobilien- berater Adrian Bratschi hat die Pläne aufgegeben und das Grundstück verkauft.

Von Jacqueline Surer Küsnacht – Einen Moment lang träumte Küsnacht davon, zur Destination für Architekturtouristen aus aller Welt zu werden. Als 2008 bekannt wurde, dass die britisch-irakische Stararchitektin Zaha Hadid im Ortsteil Itschnach eine einzigartige Luxusvilla realisieren würde, war die Begeisterung über die Landesgrenzen hinaus gross. Das futuristische Haus, das der erste Bau der Star-Architektin in der Schweiz gewesen wäre, wurde schnell als «kühnster architektonischer Wurf des Landes» gehandelt. Vier Jahre später hat sich der Traum in Schall und Rauch aufgelöst. Was seit längerem vermutet wurde, ist nun Tatsache: Das Villenprojekt ist gestorben. Wilde Gerüchte über Käufer Der Zürcher Immobilienberater Adrian Bratschi, der die Liegenschaft betreute, hat die Pläne für den Bau beerdigt. «Das Projekt wurde nicht weiterverfolgt, weil die Villa nicht wie gewünscht realisiert werden konnte», sagt Beat Weiss, Geschäftsführer des Bratschi Family Office. Das Projekt war von Anfang an riskant. Bei einem geschätzten Marktpreis von 30 bis 40 Millionen Franken kamen für den Kauf nur superreiche Interessenten infrage. Bei der Beschreibung der Villa hagelte es Superlative: 2000 Quadratmeter Wohnfläche, 200 davon alleine für ein Schlafzimmer, Swimmingpool drinnen und draussen, Glasfronten über drei Stockwerke. Über die potenziellen Käufer kursierten bald die wildesten Gerüchte. Zuerst hiess es, die Hollywoodstars Brad Pitt und Angelina Jolie interessierten sich für die Liegenschaft, später wurde ein «märchenhaft reiches Ehepaar aus dem islamischen Raum» als Käufer gehandelt, dann war von einem «vielversprechenden Interessenten» aus Asien die Rede. Zum Geschäftsabschluss kam es nie. Zumiker Firmenchef kaufte Land Als 2009 die Pauschalbesteuerung für reiche Ausländer im Kanton Zürich abgeschafft wurde, erschwerte dies den Verkauf der Villa zusätzlich. Zudem gab es gemäss Bratschi Probleme mit der Aufenthaltsbewilligung eines potenziellen ausländischen Kunden. Im März 2011 zog Bratschi einen Schlussstrich: Er verkaufte das Land an der Vorderzelgstrasse 9 an Arno Schenk. Der 55-jährige Zumiker ist CEO und Verwaltungsrat der Lenzburger Kunststofffirma Quadrant AG. Was Schenk mit dem Land vorhat, ist nicht bekannt. Es ist noch kein Baugesuch eingereicht worden. Schenk war gestern für weitere Auskünfte nicht erreichbar. Dass ultraluxuriöse Wohnliegenschaften selbst an der Goldküste bisweilen schwer loszukriegen sind, zeigt auch das Projekt «Avalon» an der Bergstrasse in Küsnacht. Auch für den geplanten Beton- und Glaskubus mit 700 Quadratmetern Wohnfläche und einem geschätzten Marktpreis von 20 Millionen Franken fand sich kein Käufer. Kühne Formen und viel Wohnfläche sah der Entwurf vor. Visualisierung: PD

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