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Hauptsache, Thalwil hat die Chilbi geschmeckt

Lebkuchenherzen werden heimlich gekauft, Chnoblibrot viel mehr auf dem Land. Ein Rundgang vorbei an den Essständen der Thalwiler Chilbi.

Thalwil - Süssigkeiten sind an der Chilbi mindestens so wichtig, wie Putsch-Autos, das Riesenrad und die Berg-und-Tal-Bahn. Das sagen zumindest die Kinder in Thalwil. Magenbrot, Zuckerwatte und Schoggifrüchte stehen oben, ganz oben auf der Liste. «Ich mag aber nicht zu viel davon, sonst wird mir schlecht», sagt der 10-jährige Philip Maurer. Und es klingt vernünftig.

Das kulinarische Angebot einer Chilbi spielt eine grosse Rolle. Auch in Thalwil sorgen viele Essstände für den Chilbischmaus. Ein Klassiker etwa sind die Schokoladenfrüchte von «Fredy». Weil er innovativ bleiben muss, bietet er nicht nur Bananen, Äpfel und Erdbeeren an, neuerdings werden auch Sternfrüchte, Trauben, Feigen und Mandarinen in die Schokolade getaucht. «Wir orientieren uns auch daran, was gerade Saison ist», erklärt Marija Nikolova, «und kaufen Schweizer Früchte, solange es hat.»

Einheimischer Fisch zu teuer

Nach diesem Bekenntnis zu einheimischen Produkten fragen wir beim Stand des Fischervereins Thalwil, warum die Fischchnusperli für 14.50 Franken aus ausländischen Egli zubereitet werden. Die Antwort kommt vom Chef selbst: «Einheimische Egli bekommt man gar nicht in so grossen Mengen, und sie sind mit 50 Franken pro Kilo doppelt so teuer.» An der Chilbi sei die Schmerzgrenze beim Preis eher tiefer, und ausländische Egli seien hochwertiger als ein Pangasiusfilet aus Asien «mit gratis Antibiotika».

Männer mit Herz

Die Vorlieben der Besucher an der Thalwiler Chilbi sind aber etwa die gleichen wie andernorts. Die Verkäufer des Chnoblibrotstands reichen ungefähr 40 bis 50 Kilo der dekorativen französischen Chnoblizöpfe über den Tresen, auf dem Land sogar bis zu 100 Kilo. Bei den Schoggifrüchten stehen die Frauen auf Erdbeer-Ananas, die Männer hingegen kaufen Erdbeer-Banane. Die Waffeln essen Frauen mit Vanillesauce und Äpfelstücklein, die Männer mit Schokolade, und ältere Leute mögen Grand Marnier mit Vanille am besten.

Manchmal geht es aber nicht nur ums Essen. Am Stand mit den Lebkuchenherzen sagt Elsbeth Blickenstorfer: «Die Leute freuen sich, dass wir auch Sprüche auf Schweizerdeutsch haben.» Und sie verrät, dass Männer zuerst mit ihren Frauen vorbeiflanieren und danach heimlich ein Herz holen. «Sie fragen oft nach einem ohne rosa Dekoration, aber ich sage ihnen, wenn schon kitschig, dann richtig.» Julia Häcki Sauer, süss oder salzig. Das kulinarische Angebot der Chilbi in Thalwil lässt niemanden mit leerem Magen nach Hause gehen. Fotos: Patrick Gutenberg

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