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Heidrich steckt in der Zwickmühle

Die Klotenerin Joana Heidrich freut sich auf die Beachvolleyball-Saison. Doch während ihre Kollegen auf Sand trainieren, muss sie mit Kanti Schaffhausen in der Halle um die Playoff-Halbfinals kämpfen.

Volleyball - Auch wenn sies nicht ausspricht: Joana Heidrich will in den Sand. Und zwar so schnell wie möglich. Beachvolleyball ist ihre grosse Passion - von der Halle hat sie genug. Ihre Mimik verrät dies. Angesprochen auf das drohende Ende der Saison mit Kanti Schaffhausen, lächelt sie verschmitzt. Sie steckt in der Zwickmühle. Zwar wünscht sich Heidrich nicht, dass ihr Klub bereits im Playoff-Viertelfinal ausscheidet. «Wenn ich auf dem Feld stehe, gebe ich immer alles», betont die 18-Jährige. Andererseits könnte sie bei einer Niederlage gegen Cheseaux am Samstag oder am Sonntag bereits kommende Woche in der Beachvolleyball-Halle in Bern trainieren. Dann beginnen auch ihre Schulferien. In der ersten Partie der Best-of-3-Serie unterlagen die Nordostschweizerinnen den Romands mit 2:3.

Heidrich scheint nicht glücklich über die momentane Situation zu sein. Ihre Beachvolleyball-Partnerin, Marlen Brunner, trainiert schon seit der Eröffnung der Halle Mitte Dezember auf Sand. Und die 20-Jährige meldet sich oft bei Heidrich. «Sie schwärmt jeweils in den höchsten Tönen von den hervorragenden Verhältnissen im nationalen Leistungszentrum. Und sie sagt mir dann, wie schön es doch wäre, wenn ich auch schon dort trainieren könnte», erzählt das 1,90 Meter grosse Talent.

Verhandlungen nächste Woche

Es ist Heidrich nicht gelungen, sich vergangenes Jahr aus dem 2008 geschlossenen Vertrag zu lösen. Denn das Engagement der ehemaligen Züri-Unterland-Spielerin bei Schaffhausen ist an die KV Lehre gekoppelt und läuft eigentlich bis 2011. Allerdings hat sie die Ausbildung gerade erst abgebrochen. «Die 100-Prozent-Anstellung und die täglichen Trainings wurden mir zu viel», erklärt sie.

Ob sie deshalb den Verein verlassen kann, ist jedoch noch unsicher. «Wir werden nächste Woche mit ihr verhandeln», sagt Präsident Heinz Looser. Feststeht, dass Heidrich, die mittlerweile seit einer Woche die United School of Sports in Zürich besucht, innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre nicht zu einem anderen Klub wechseln darf. Das will sie auch nicht. Sie will voll auf die Karte Beachvolleyball setzen. Und glaubt, dafür reif zu sein.

Anders sieht dies ihr Trainer bei Kanti Schaffhausen. Der Deutsche Andreas Vollmer ist überzeugt davon, dass sie für diesen Schritt zu jung ist: «Auch wenn sie von ihrer körperlichen Voraussetzung her prädestiniert ist für das Spiel auf Sand, braucht sie wohl noch ein paar Jahre.» Die Ausbildung in der Halle müsse Vorrang haben, «denn dort erlernt sie die Grundlagen.» Vollmer formuliert, in welchen Bereichen Heidrich sich verbessern kann: «Das Timing beim Smashen ist noch nicht optimal, der Rhythmus fehlt. Und auch bei den einbeinigen Angriffen muss sie zulegen.»

Ziel: Olympia 2012

Die Zuspiele kommen beim Beachvolleyball aber ohnehin höher, die Spielerin hat mehr Zeit. Deshalb fallen diese Defizite primär in der Halle ins Gewicht. «Beim Block und beim Service ist sie stärker und stabiler geworden», attestiert denn auch Vollmer. Und diese Aussagen sind für Heidrich die Bestätigung, dass sie bereit ist. Doch Vollmer warnt: «Es kann zu Streitigkeiten mit der Partnerin kommen und alles entsprechend schnell zu Ende sein. Zudem ist die Finanzierung ein schwieriges Unterfangen.»

Tatsächlich gestaltet sich die Sponsorensuche für Heidrich und Brunner problematisch. Die Klotenerinnen lassen sich jedoch nicht von ihrem Weg abbringen. Das Duo, das dem Nachwuchskader des Nationalverbands Swiss Volley angehört, hat Grosses vor. «Ich möchte an die Olympischen Spiele. Wenn nicht 2012 in London, dann 2016 in Rio de Janeiro», formuliert Heidrich ihr hoch gestecktes Ziel.

Das junge Gespann gehört bereits zu den besten acht Teams der Schweiz. Um nochmals einen Sprung nach vorne zu machen, braucht es viel Training. «Es ist frustrierend, wenn ich weiss, wie fit Marlen Brunner im Moment ist. Ich brauche einige Zeit auf Sand, um auf ihr physisches Niveau zu kommen», sagt Heidrich. Vielleicht kann sie bereits kommende Woche auf ihrer liebsten Unterlage trainieren. Möglicherweise schlägt Joana Heidrich am Samstag gegen Cheseaux zum letzten Mal für Kanti Schaffhausen auf. Foto: Reinhard Standke

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