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Herrliberger baut Privattunnel unter Seestrasse

Eine Unterführung soll das Weingut Schipf und dessen privaten Hafen verbinden. In Kürze ist Baubeginn.

Herrliberg - Für Fussgänger ist die Seestrasse beim Herrliberger Schipfgut ein gefährliches Pflaster. Keine Kreuzung und kein Lichtsignal verlangsamen Autos und Lastwagen über eine Strecke von mehreren Hundert Metern. Die Automobilisten fahren darum auf dem Abschnitt oft schneller als die erlaubten 60 Stundenkilometer. Ausserdem liegt das Grundstück, zu dem auch ein Ufergarten und Hafen auf der Seeseite gehören, an einer ausgedehnten Kurve. Diese erschwert die Übersicht zusätzlich und macht das Überqueren der Seestrasse zur Mutprobe.

«Ich bin vor kurzem fast überfahren worden», sagt Kaspar von Meyenburg, Besitzer des Weinguts Schipf. Noch gefährlicher sei es für die Kinder, die zum Baden in die Seeanlagen wollen und über die Strasse huschen, an der es weit und breit keinen Fussgängerstreifen gibt. Darum habe er nur eine Lösung gesehen: einen Tunnel, der das Gut mit dem Hafen verbindet.

Vor einigen Tagen haben die Vorbereitungen für den Aushub begonnen, Bagger und Maschinen sind aufgefahren. Sie graben in Kürze die 25 Meter lange Unterführung, die das Schipfgut und den Hafen wieder zu einem Grundstück vereinen soll - fast wie vor 350 Jahren, als noch keine Seestrasse einen Keil dazwischenschlug. Läuft alles nach Plan, ist die Unterführung in vier Monaten fertig.

Nur fast eine Premiere

Der Tunnel ist eine der ersten Unterführungen der Seestrasse, die ein Privatmann bauen lässt. Dies bestätigt auch das kantonale Tiefbauamt, das den Privattunnel als aussergewöhnliches Projekt einstuft. Einziges vergleichbares Beispiel sei ein Tunnel, der vor rund 70 Jahren in einem Küsnachter Anwesen gebaut wurde, schreibt eine Männedörflerin in einem Leserbrief. Damals habe es auf der Seestrasse noch gar kein Tempolimit gegeben.

Obwohl die Unterführung der Sicherheit dient, gab es letztes Jahr kleinere Anlaufschwierigkeiten. Die Behörden erteilten die Baubewilligung erst nach einer Korrektur der Linienführung. Der 1,2 Meter breite und 2 Meter hohe Tunnel führt nun schräg unter der Seestrasse hindurch.

Mit Schwierigkeiten rechnet von Meyenburg nicht: Das Material unter der Strasse sei locker, sagt er. «Das sollte glatt durchgehen.» Der Verkehr auf der Seestrasse werde durch den Bau aller Voraussicht nach nicht beeinträchtigt. Über die Kosten des Projekts schweigt sich von Meyenburg aus. Billig sei der Tunnel aber nicht.

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