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Horgen und Wädenswil steigen vielleicht zum Weltkulturerbe auf

Die Überreste der Pfahlbausiedlungen vor Horgen und Wädenswil sind relevant. So relevant, dass sie für eine Kandidatur zum Weltkulturerbe reichen.

Horgen/Wädenswil - Schon bald müssen Horgen und Wädenswil den Vergleich mit Venedig oder Delphi nicht mehr scheuen. Dank der spektakulären Funde ehemaliger Pfahlbausiedlungen könnten die beiden Bezirksorte nämlich auch bald den Status des Unesco-Weltkulturerbes (siehe Kasten) tragen. Am linken Seeufer finden sich praktisch in jeder Gemeinde Fundstellen, 75 sind es rund um den Zürichsee.

«Aber die beiden Fundstellen in Horgen und Wädenswil sind wegen ihres Fundspektrums für die Forschung besonders relevant», sagt Ursula Hügi. Sie leitet die Stadtzürcher Unterwasserarchäologie, die die Tauchgänge im Bezirk ausführt. Deshalb wurden die Fundstellen als zwei von zwölf am Zürichsee für die Kandidatur von 156 Pfahlbausiedlungen im europäischen Alpenraum berücksichtigt. Der Kanton Zürich übernimmt bei der Kandidatur, die unter der Federführung der Schweiz am letzten Dienstag unterzeichnet wurde, eine wichtige Rolle. Im Sommer 2011 soll der Entscheid der Unesco für die definitive Aufnahme vorliegen.

Tauchgänge als Attraktion

Da mit der Kandidatur eine Kulturanerkennung von Unterwasserobjekten angestrebt wird, rechnet sich Hügi grosse Chancen für eine definitive Aufnahme aus. Die Art der Konservierung unter Wasser, unter Luftabschluss, mache die Kulturgüter zu etwas Besonderem. «Dass man die Kulturstätten gar nicht sehe, war zwar ein Einwand, den wir oft hörten», sagt Hügi. Aber genau deshalb sei die Anerkennung als Weltkulturerbe auch so wichtig. «So wird eine breitere Öffentlichkeit für das Thema sensibilisiert», sagt Hügi.

Hügi würde es denn auch begrüssen, wenn die Kulturschätze auf dem Seegrund zur touristischen Attraktion werden. «Ich könnte mir geführte Tauchgänge zu den einzelnen Fundstellen vorstellen», sagt Ursula Hügi. Auch ein Museum würde sie begrüssen. «Am liebsten eines unter Wasser mit Sicht auf eine Stätte.» Doch der Entscheid darüber liege beim Kanton, ebenso wie der, ob noch neue archäologische Tauchgänge zu den Stätten durchgeführt werden. Archäologische Taucher machen eine Rettungsgrabung bei der Fundstelle aus der Frühbronzezeit bei Wädenswil. Foto: PD

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