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Hunde im Moorgebiet sind für die Tierwelt ein enormer Stress

Ranger Jörg Hiltbrunner sorgt im Neeracherried für Recht und Ordnung. Er muss die Leinenpflicht für Hunde durchsetzen &endash keine einfache Aufgabe.

Von Andreas Frei Neerach &endash Seit diesem Jahr gilt im ganzen Wasser- und Zugvogelreservat Neeracherried die Leinenpflicht für Hunde. Dazu gehört auch die Landwirtschaftszone zwischen Neerach und dem Schützenhaus. «Dieser Bereich zwischen Ried und See ist für die Tierpopulation ein wichtiges Gebiet, um Nahrung zu suchen», weiss Swiss Ranger Jörg Hiltbrunner, der gerade seine erste Saison im Neeracherried hinter sich hat. «Das ist nicht allen Hundehaltern bewusst», sagt Hiltbrunner. Auf seinen Rundgängen ist deshalb viel Aufklärungsarbeit nötig. Daneben ist der Ranger auch für die Instandhaltung der Infrastruktur zuständig, hält mit dem Wildhüter und dem Leiter des Naturschutzzentrums Kontakt, kontrolliert die Wildbestände und meldet seine Beobachtungen den zuständigen Personen. Erst kürzlich wurde in der Nähe des Kreisels ein 80 Kilogramm schweres Wildschwein, die Leitbache, totgefahren. «Ich habe danach sofort mehr Schäden im Ried registriert, da die Säue keine Führung mehr hatten.» Hündeler reagieren pikiert Doch nicht nur die Schweine seien manchmal etwas wild, sondern auch die Menschen mit ihren Hunden. Auf den Leinenzwang in der Landwirtschaftszone reagieren einige säuerlich: Man spaziere hier schon seit Jahren und lasse den Hund immer frei. Man habe den Hund im Griff und könne ihn jederzeit zurückpfeifen. Man brauche nicht noch mehr Behörden, die einem auf die Finger klopfen. Ranger und Hundespezialist Hiltbrunner lässt sich davon nicht beeindrucken. «Ich erkläre den Leuten den Sinn des Leinenzwangs, und 95 Prozent sehen es schnell ein.» Für die zwei, drei Renitenten gebe es dann halt eine Verzeigung. Der Einsatz lohnt sich: «Einige Arten sind bereits zurückgekehrt, etwa der Raubwürger, die Nachtigall oder die Bisamratte.» Dank der Leinenpflicht fällt für die Tiere im und um das Moorgebiet ein enormer Stressfaktor weg. Denn auch ein absolut liebevoller Hund, der nicht jage, sei störend. «Die Tiere sehen ihren Urfeind und können nicht wissen, ob es ein guter oder böser Hund ist.» Deshalb gebe es bei der Leinenpflicht keinen Spielraum, was die meisten Hündeler auch verstehen. «Spazieren auf den Wegen kann man weiter wie gewohnt und mit Flexleinen ist auch für Hunde ein angenehmer Auslauf möglich.» Ein Spezialist für Hunde Hiltbrunner ist eigentlich Jäger im Kanton Bern, er wohnt in Rohrbach bei Langenthal. Seit 1997 ist er Jagdaufseher und Spezialist für Hunde, die Tierkadaver aufspüren, sogenannte Schweisshunde. Sein fünf Monate junger Begleiter Baldur ist ein hannoverscher Schweisshund. 2010 durchlief Hiltbrunner die einjährige Ausbildung zum Swiss Ranger. Für die Aufgabe im Neeracherried ist er deshalb bestens geeignet, wie Stefan Heller, Leiter des Naturschutzzentrums, sagt. «Das war für uns ein absoluter Glücksfall.» Das Naturschutzzentrum habe den Ranger im Auftrag des Kantons eingesetzt, nachdem auch die hauptsächlich betroffene Gemeinde Neerach damit einverstanden war. In den nächsten Wochen wird die kantonale Fischerei- und Jagdverwaltung die noch fehlenden Fahrverbotstafeln für die Spazierwege und Hinweistafeln für die Leinenpflicht montieren. «Dann haben die Leute keine Ausrede mehr, wenn ich ihre Hunde im freien Auslauf erwische», sagt Hiltbrunner. Der Ranger kontrolliert die Wege fünf bis sechs Stunden pro Tag, die heiklen Stellen bis zu viermal. «Mittlerweile hat es merklich weniger Hündeler. Viele Hundetouristen kommen nun nicht mehr.» Jörg Hiltbrunner Der Berner Jagdaufseher hat sich zum Swiss Ranger ausbilden lassen. Jetzt dreht er im Neeracherried seine Runden.

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