«Ich glaube, es war ein Versuchsballon»

Der Artenschutzexperte Mathias Lörtscher erklärt, wie und warum 262 Kilogramm Elfenbein über den Zürcher Flughafen geschmuggelt werden sollten.

«Es wird schwierig, die Kaution zu erhalten»: Der Artenschutzexperte Mathias Lörtscher erklärt die Hintergründe des Schmuggels. (Video: Lea Koch und Stefan Hohler)

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Rekordfund am Zürcher Flughafen: Der Zoll hat Anfang Juli 262 Kilogramm Elefanten-Stosszähne sichergestellt. Die Lieferung war für China bestimmt, wo Elfenbein in der wachsenden Mittel- und Oberschicht als Statussymbol gilt. Zudem wird es zu Pulver gerieben und als vermeintliches Heilmittel in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt. Zahlreiche Studien konnten bisher aber keine heilende Wirkung nachweisen.

Neben der grossen Menge Elfenbein wurde in Zürich auch ein Kilogramm Löwenzähne und -krallen sichergestellt. Bei den Kurieren handelte es sich um drei Chinesen im Alter zwischen 21 und 37 Jahren. Sie standen bereits zum Einsteigen in die Maschine nach Peking bereit, als die Polizei sie im letzten Moment im Transitbereich festnehmen konnte.

100'000 Franken pro Kopf

Nach einem Verhör wurden die Schmuggler aber wieder auf freien Fuss gesetzt. Jetzt findet ein Verfahren gegen die Kuriere in Zusammenarbeit mit den chinesischen Behörden statt. Nach Abschluss des Verfahrens soll dann der Schweizer Zoll pro Kopf 100'000 Franken Kaution erhalten. Das Geld einzutreiben, wird sich aber als schwierige Aufgabe gestalten, erklärt Mathias Lörtscher, Leiter Fachbereich Artenschutz im Bundesamt für Veterinärwesen.

Im Video spricht der Experte über mutmassliche Beweggründe der Schmuggler.

Erstellt: 04.08.2015, 17:20 Uhr

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