Zum Hauptinhalt springen

IM BRENNPUNKT: DIE KRÄFTEVERSCHIEBUNG VOR DEM HEUTIGEN SAISONSTART

Die Flyers rüttelten schon im Vorjahr an der Hierarchie in der National League A. In der neuen Saison könnten die Lions das Opfer ihres anhaltenden Aufstiegs sein.

Klotens Ausbruch aus dem Mittelmass

Alles, was es in der Spitzenklasse seit 2000 zu gewinnen gab, teilten sich vier Klubs. Die Qualifikationen und Meistertitel gingen alle an einen Klub des Quartetts Davos (2/4), ZSC Lions (1/3), Lugano (4/2) und Bern (3/1). Und diese grossen vier der Eishockey-Neuzeit zählen auch in der heute beginnenden Übergangssaison zu den 10er-Jahren zu den Hauptanwärtern auf die Meisterschaft.

Eine gewisse Konstanz gab es im vergangenen Jahrzehnt auch am unteren Ende der Hierarchie. Die vier letztjährigen Playout-Teilnehmer weisen von den aktuellen NLA-Klubs die mit Abstand schlechtesten Bilanzen auf. Ambri und Rapperswil-Jona konnten in zehn Jahren nur je eine Playoff-Serie gewinnen und waren je viermal gar nicht dabei, die Leventiner zuletzt dreimal in Serie. In Langnau kennt man die Meisterrunde nach elf vergeblichen Anläufen in Folge weiter nur vom Hörensagen, und Biel fängt nach dem Aufstieg 2008 erst damit an, wieder ein konkurrenzfähiges Team aufzubauen. Die kleinen vier müssen befürchten, dass der Kampf um den Meisterpokal auch im nächsten Frühling ohne sie stattfindet.

Dazwischen liegen Kloten, Fribourg, Servette und Zug. Die konstanten vier setzten gelegentlich zu einem kleinen Höhenflug an, ohne Meister zu werden, und leisteten sich ab und zu einen leichten Einbruch, ohne in ernste Abstiegsgefahr zu geraten. Unter den mittleren vier wird es auch diesmal Hoffnung auf einen Exploit geben und die Angst, unter den Trennstrich zu rutschen.

Zuletzt blieb nur Davos übrig

Über die gesamten 2000er-Jahre betrachtet blieb die Hierarchie im Schweizer Eishockey erstaunlich starr. Zuletzt aber begann sie zu bröckeln. In den Halbfinals des vergangenen Frühlings war der spätere Meister Davos der einzige Vertreter der grossen vier. Mit Servette und Kloten schaffte zuletzt zweimal in Folge ein Mittelständler den Einzug in den Final, in dem das Spitzenquartett zuvor acht Jahre lang unter sich geblieben war. Den Flyers fehlte gar nur ein einziger Sieg zum Titel. Und es deutet einiges darauf hin, dass aus ihrem Höhenflug eine Verschiebung der Machtverhältnisse wird.

Denn Coach Anders Eldebrink hat in Kloten eine Gewinnermannschaft geformt und die Qualifikation zuletzt dreimal hintereinander unter den ersten vier beendet. Und der junge Präsident Jürg Bircher ist entschlossen, mit seinem Klub auf dem Eis an die erfolgreichen 90er-Jahre anzuknüpfen und ihn daneben für die 10er-Jahre wirtschaftlich und infrastrukturell fit zu machen. Der Aufstieg der Klotener könnte kurzfristig auf Kosten des Lokalrivalen weitergehen.

Der solide Unterbau der grössten Eishockey-Organisation der Schweiz garantiert den Lions zwar den langfristigen Verbleib in der Eishockey-Elite. An der Spitze der Pyramide zeichnet sich nach dem Meistertitel 2008 und dem Champions-League-Sieg 2009 ein Umbruch ab. Zehn Spieler, darunter zahlreiche Leistungsträger, sind nur noch bis Ende Saison an den Klub gebunden. Und Headcoach Sean Simpson könnte schon vor der WM im Mai das Nationalteam übernehmen. Die Mannschaft erlebte mit dem frühen Playoff-Aus im Frühling einen schweren Dämpfer. Und mit dem Abgang von Blindenbacher im Sommer eine weitere Schwächung ihrer Verteidigung.

Die Flyers waren mit sechs Siegen in neun Spielen das erfolgreichste Team der Vorbereitung und die Lions mit zwei Siegen in acht Spielen das am wenigsten erfolgreiche, und im letzten Test deklassierten die Klotener den Rivalen mit 7:2. Vieles deutet darauf hin, dass auch diese Saison in Kloten länger dauern könnte als in Zürich. Punkte gibt es aber erst ab heute.

Letzte Vorbereitungen in der Kolping-Arena, eine Torkamera wird montiert. Ab heute sollen die Flyers abheben.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch