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Im Grünen wohnen, aber nur einen kurzen Arbeitsweg haben

Viele Menschen wollen im Oberland wohnen und arbeiten. Das hat seinen Preis, wie eine Diskussion im Wetziker Scala klarmachte.

Von Elisabeth Bitterli Wetzikon – In der Region Zürcher Oberland sind in den vergangenen Jahren mehr neue Firmen gegründet worden als im Durchschnitt der übrigen Schweiz. «Potenzielle Investoren sind aber nicht nur an reinem Industrieland interessiert», sagte François With, Geschäftsführer Regionalmarketing der Wirtschaftsregion Zürcher Oberland kürzlich an einer Podiumsdiskussion im Scala Wetzikon. «Arbeitsstätten und Wohnraum sollen möglichst nahe beieinander liegen. Solches Land wirft denn auch mehr Profit ab.» Die Diskussion, an der unterschiedliche Aspekte des Wohnens oder des Geschäfte Führens in Agglomerationsgemeinden beleuchtet wurden, fusste auf Ergebnissen des interdisziplinären Forschungsprojekts S-5-Stadt. Hans-Peter Hulliger, Gemeindepräsident von Bäretswil, Urs Stoll, Geschäftsleiter der Reichle Immobilien, Urs Tschudi, Vorsitzender der Geschäftsleitung Walde & Partner Immobilien und François With erörterten dabei unterschiedliche Themen. Etwa, weshalb Gemeinden wie Mönchaltorf, die zwar mit dem Bus gut erschlossen sind, sowohl als Arbeits- als auch als Wohnort aber weniger gefragt seien als ein Ort mit Bahnanschluss. «Zur S-5-Stadt gehören international tätige Unternehmen, die ihren Hauptsitz im Zürcher Oberland haben, wie etwa die Kaba oder Reichle & De Massari in Wetzikon mit 350 Mitarbeitenden», gab Scholl zu bedenken. Hans-Peter Hulliger war damit grundsätzlich einverstanden, meinte mit Blick auf Randgebiete: «Die ganze Region Zürcher Oberland entwickelt sich, nicht nur der S-5-Raum.» Marco Pütz von der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft präsentierte im Scala Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt zur S-5-Stadt. Der Wissenschaftler hielt fest, dass in der Schweiz mehr Menschen in Agglomerationen als in Kernstädten lebten. Die Siedlungsgebiete entlang der S-Bahnlinie zwischen Zürich Stadelhofen, Uster und Pfäffikon SZ sind heute Lebensraum von rund 300 000 Menschen. Weil deren Bedarf an Wohn- und Arbeitsraum wächst, werden vorhandene Grünflächen ständig kleiner. Im Grünen wohnen, die Arbeitsstelle 10 bis 20 Kilometer von daheim entfernt, gute Betreuungsgelegenheit für die Kinder gleich um die Ecke, Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln, aber auch ein Parkplatz am Arbeitsplatz – genau das wünschen sich die Agglo-Bewohner. Der Platz wird eng Die Diskussionsteilnehmer kamen an diesem Abend im Scala zu folgendem Fazit: Der Lebens- und Arbeitsraum, die Erholungszonen an den Seen und in den Wäldern können nur erhalten werden, wenn entweder die Bevölkerung in der Agglomeration nicht weiter wächst oder verdichtetes Bauen vorgeschrieben wird. Weder das eine noch das andere sei aber realistisch, waren sich die Teilnehmer einig. Die Bevölkerung ausserhalb der Städte wachse unaufhörlich, und manche Firma könne nicht in alten, ehemaligen Fabrikräumen effizient weiterarbeiten. Sie brauche neuen, grösseren Raum. Realität sei aber auch, dass die Menschen heute für sich selbst mehr Platz beanspruchen als früher. In einem Wunsch waren sich die Anwesenden einig: Die Region solle unbedingt ihre Lebensqualität behalten und eine grüne Oase bleiben.

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