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Immer härter, immer höher

Nach 272 km erreichten die Multisportler den höchsten Punkt des Gigathlon 2011.

Ortstermin Beim Ziel der Laufetappe des Gigathlon auf dem Gornergrat Von Jörg Greb, Gornergrat Besser hätte sich die Szenerie nicht aussuchen lassen. Der markante Gornergrat war beim diesjährigen Gigathlon das Ziel der Laufetappe, bevor es ab Zermatt mit dem Rad weiterging. Die Kulisse mit dem Matterhorn im Zentrum präsentierte sich prächtig, und die Gigathleten sorgten für die Emotionen und die Spannung. Es erstaunte nicht, dass auch Touristen, etwa Hunderte von Japanern, ihre Digitalkameras zückten und wie die Gigathlon-Anhänger knipsten. Wenn die Fotografen nahe heran zoomten, sahen sie zwar gezeichnete, aber strahlende Gesichter. Die Superlative folgten in Worten: «Das war knallhart, aber fantastisch», hiess es. Wildfremde Menschen umarmten sich. Mit Jubelposen, Freudenschreien oder stillem Ballen der Faust zeigten die Protagonisten ihre Gefühle, ihren Stolz. Und einer brachte diese Emotionen für sich auf den Punkt: Peter Camenzind, Mehrfachsieger beim 100-km-Lauf von Biel und des Swiss Alpine Marathon sowie Altersklassensieger am New York Marathon. Der Adliswiler strahlte: «Gigantisch, auf solch tadellosen Bergwegen in solche Höhen vor diesem Bergpanorama zu laufen.» Auf 3089 m Höhe befand sich das Ziel, und das Matterhorn präsentierte sich vor wolkenlos blauem Himmel im besten Licht. Camenzind zeigte eine tiefe Dankbarkeit: «So etwas mit 60 erleben zu dürfen, das ist wunderbar.» Zweimal Einlaufen Dieses Empfinden drückte auch Nina Brenn aus. Die Zürcherin erreichte den Kulminationspunkt nach drei Single-Männern als erste Frau. Locker und kaum gezeichnet, reflektierte sie sogleich und sprach vom «Highlight dieser zwei Tage, wohl dem schönsten Fleck all meiner Gigathlon-Traumorte». In solcher Umgebung tankt sie jeweils Energie. Sie nutzt die Unterstützung der Mit-Gigathleten. «Mittlerweile kennen mich alle», staunte sie. Und weil der TV-Mann mit seiner Kamera zu spät eingetroffen war, liess sie es sich nicht nehmen, ein zweites Mal einzulaufen. Nochmals 50 m den Berg hoch, nochmals lachen und jubeln. Es glückte ihr noch gelöster, noch lockerer. Die Idee des Gornergrats als Zwischenziel geht auf Corsin Caluori, den Projektleiter Gigathlon bei Swiss Olympic, zurück. «Unten starten, ganz hoch steigen und wieder hinunterkommen, dafür ist das Wallis prädestiniert», sagte er. Mit Plaine Morte (2882 m) am Samstag und dem Gornergrat gestern waren die Berge ziemlich rasch gefunden. Beide Stationen ermöglichten auch den Transport des Materials und den Rücktransport der Athleten. Und es passte, dass der Gornergrat mit dem höchsten, je an einem Gigathlon erreichten Ort zusammenfiel. «Bilderbuch-Standorte» Die Gigathlon-Geschichte ist bereits 13 Jahre und zehn Austragungen alt. Per Definition ist jeder Gigathlon «eine Erlebnisreise durch die Schweiz in den Sparten Schwimmen, Velo, Laufen, Inline und Bike, mit stets neuen Parcours». Neue «Bilderbuch-Standorte, die schönsten Orte der Schweiz» werden jedes Jahr angesteuert. Eine Kehrseite der Medaille machte sich dennoch bemerkbar: Organisatorisch forderte der Gornergrat riesig. Diverse Paletten mit dem Material für den Zielbogen, die Zeitmessanlage, die Speakeranlage sowie die rund 1400 Effektensäcke der Sportler wurden ab dem frühen Morgen mit der Gornergratbahn hochgefahren. Der ganze Transport erfolgte nicht nur ab Zermatt mit der Bahn, sondern bereits bis dorthin – Zermatt ist autofrei. Der Aufwand liess sich so mit den selbst auferlegten ambitionierten Umweltvorgaben vereinen. Hinunter mit der Bahn Medizinisch indes blieb es erfreulich und überraschend ruhig. Einige Erschöpfte, einige Dehydrierte und viele mit Muskelkrämpfen meldeten sich beim Med-Team des Spitals Davos. Die Höhenlage und das Hochsteigen gehen an die Substanz. «Das ist wie mit einem plombierten Motor, auch dessen Leistung ist gedrosselt», sagte Gigathlon-Arzt Walter Kistler. Nach dem Zieleinlauf folgte dann für alle eine unvermeidliche Regenerationspause – auf dem Gornergrat wurde das Rennen neutralisiert, und die Rückreise nach Zermatt, zum Velostart, erfolgte für alle mit der Bahn. Brenn setzt Serie fort, Seite 39

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