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Implenia klagt Stadt Zürich ein und kritisiert «Panikmache» wegen Rissen

Beim Letzigrundstadion könne keine Rede von «extrem gefährlichen Schäden» am Dach sein, sagt die Baufirma Implenia. Sie fordert von der Stadt die Bezahlung von 22,9 Millionen Franken Mehrkosten.

Der Baukonzern Implenia hat am Mittwoch beim Zürcher Bezirksgericht Klage gegen die Stadt Zürich eingereicht, wie Firmenchef Anton Affentranger gestern vor den Medien bekannt gab. Die Stadt habe in den letzten zwölf Monaten der Bauzeit fast 1400 Änderungswünsche angemeldet, ohne für den Mehraufwand zu bezahlen.

Bei der Stadt sieht man das anders: «Das sind behauptete Zahlen der Implenia, welche die Stadt noch nie zu sehen bekommen hat», sagt Urs Spinner, Sprecher des Hochbaudepartements. Die Stadt habe «sämtliche bezogenen Leistungen und Änderungen bezahlt».

Implenia räumte gestern ein, dass es in der Dachkonstruktion des Letzigrunds Risse und Korrosionsprobleme gibt. Die Sicherheit werde aber nicht beeinträchtigt. So sei beispielsweise der Dachträger Nummer 15 auch im angerissenen Zustand genügend belastbar. Alle übrigen festgestellten Befunde und Risse seien «unter Volllast und selbst unter den tiefsten zu erwartenden Temperaturen unkritisch», sagte ETH-Professor und Implenia-Experte Hans-Jakob Schindler. Keiner der rissähnlichen Fehler sei «wachstumsfähig». Es gebe «keine Abnahme der Tragfähigkeit, selbst auf 100 Jahre hinaus».

Implenia räumte ein, man kenne die Ergebnisse der neusten Untersuchungen, welche die Stadt am Dienstag publik gemacht hatte, nicht im Detail. Man stelle aber fest, dass die Stadt in Panik gerate. Es bestehe beim Letzigrund «keinerlei Einsturzgefahr», wie behauptet. «Kein einziger Dachträger» sei defekt. Es könne «keine Rede sein von extrem gefährlichen Schäden». Die Hilfsstützen könnten umgehend entfernt werden.

Die Stadt sei zu einem anderen Ergebnis gekommen, weil ihre ersten Untersuchungen fehlerhaft gewesen seien, behauptete Schindler. Zürich habe «ungeeignete Prüfnormen verwendet» und «Material in irrelevanter Orientierung geprüft (quer statt längs)». Sie habe im Weiteren zu hohe Beanspruchungen vorausgesetzt und die Zähigkeit des verwendeten Materials unterschätzt».

Implenia übernehme «die Garantie für die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion». Auch sei die Firma bereit, «diejenigen baulichen Beanstandungen nachzubessern, die tatsächlich ein Mangel sind». Riss am Dachträger Nummer 12: Für Implenia kein Grund zur Sorge, für die Stadt ein Sicherheitsrisiko. Foto: IWT Wallisellen

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