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«In der Schweiz sind wir einzigartig»

Vom 25. bis 27. Juni findet zum zwölften Mal das Blues-’n’-Jazz-Festival mitten in der Stadt Rapperswil statt.

Herr Hämmerle, freuen Sie sich auf Ihr Stadtfest?

Der Ausdruck Stadtfest gefällt mir nicht. Wir sind ein Musikfestival, das 35 000 Zuschauer anlockt. Die Leute sollen der Musik wegen kommen und nicht einfach, weil etwas läuft in Rappi. Ich freue mich natürlich sehr darauf.

Trotzdem: Sie haben vier Bühnen, alle mitten in der Stadt, und man bekommt so doch auch etwas von der Stadt mit.

Ja sicher, das ist richtig. Richtig ist aber auch: Was wir hier veranstalten, gibt es nirgends sonst in der Schweiz.Viele unserer Musiker sagen sogar, ein solches Ambiente hätten sie auf der ganzen Welt noch nirgends erlebt.

Und die Zuschauer?

Auch für die Zuschauer ist es einmalig. Man kann die Stadt geniessen und von Bühne zu Bühne schlendern. Jeder kann sich diejenige Musik aus dem umfangreichen Programm aussuchen, die ihm gefällt. Jede der vier Bühnen hat ein eigenes Thema, und auch kulinarisch bieten wir mit den bestehenden Restaurants und Essständen viel Abwechslung. Und ganz wichtig: Der Sonntag ist ein Gratistag für alle.

Woher kommt Ihr Publikum?

Viele kommen aus der Gegend. Seit einigen Jahren stellen wir aber fest, dass vermehrt auch Auswärtige kommen. Dieses Jahr haben wir erstmals eine ÖV-Ticket-Integration gemacht. So können zum Beispiel Besucher aus Winterthur mit der S 7 inklusive Eintritt zu unserem Festival nach Rapperswil reisen.

Und entlang der S 7 zwischen diesen beiden Städten liegt ja genau der Bezirk Meilen.

Zusammen mit dem Zürcher Oberland sind die Goldküste und der Obere Zürichsee überaus wichtig für uns, weil sehr viel Publikum von dort anreist. Wahrscheinlich gegen 60 Prozent unseres Publikums kommen vom See oder aus dem Zürcher Oberland.

Ein Musikfestival mitten in der Stadt - gibt es da keine Probleme mit den Anwohnern?

Wir haben immer das Gespräch gesucht. Kommunikation ist in einer solchen Situation unheimlich wichtig. Es ist uns gelungen, die unmittelbaren Anwohner für uns zu gewinnen. Sie haben es mehr als akzeptiert, obwohl es ja eine Einschränkung für sie bedeutet. Die meisten freuen sich sogar, weil die Musik, die gespielt wird, ein durchaus angenehmes Publikum aller Altersschichten anzieht.

Was mich zur Frage bringt: Was ist Ihr Zielpublikum? Wenn man Ihre grossen Acts wie Level 42, Earth, Wind and Fire oder Manfred Mann’s Earth Band ansieht, stellt man fest, dass diese mit Blues oder Jazz wenig zu tun haben.

Das ist eine Frage der Auslegung. Das Montreux Jazz Festival bringt auch viele Mainstream- oder Rockgruppen.

Darum heisst es heute auch nur noch Montreux Festival. . .

Das ist korrekt. Der Blues steht bei uns aber nach wie vor im Mittelpunkt. In der echt verwurzelten Blues-Szene gibt es nun mal keine grossen Namen, die uns ein breites und zahlreiches Publikum garantieren. Aber: Man kann bei uns noch etwas entdecken. Sie haben natürlich recht: Wir suchen auch den Mainstream. Da stehen wirtschaftliche Gründe im Vordergrund. Mit unserem Gesamtbudget von 1,2 Millionen Franken tragen wir ein Risiko. Deshalb wollen wir so viele Tickets wie möglich im Vorverkauf verkaufen und nicht nur auf ein sonniges Wochenende hoffen. * Urs Hämmerle (56) lebt in Rapperswil. Der Gründer von Rapperswil-Zürich Tourismus ist Inhaber des Hotels Speer und OK-Präsident des Blues-’n’-Jazz-Festivals. www. bluesnjazz.ch Urs Hämmerle auf der Terrasse des Rapperswiler Tourismusbüros. Im Hintergrund die Altstadt. Foto: Silvia Luckner

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