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In Dübendorf Benefiz, in Kalifornien Party

Fritz Wagner aus Benglen kennt beides: Den Dübendorfer Love-Ride für die Muskelkranken und die Open-Air-Party in Kalifornien. Dübendorf sei besser.

Dübendorf/Fällanden - Der Love-Ride in Kalifornien unterscheidet sich fundamental von der Veranstaltung auf dem Militärflugplatz Dübendorf. Der Schweizer Event mit 5000 Töfffahrern wird übermorgen Sonntag als Charity-Anlass für Muskelkranke durchgeführt. Der letztmals 2008 ausgetragene Love Ride in den USA hat sich zur Open-Air-Party gewandelt. Kaum einer der 30 000 Biker wusste in den letzten Jahren noch, dass dem ersten Spektakel 1984 dieselbe Idee zugrunde lag.

In den USA fahren keine Behinderten mehr auf dem Sozius oder im Seitenwagen mit. Zuweilen wird auf den 50 Meilen des Highways zwischen Glendale und Pasadena «geblocht», was das Zeug hält. Beim anschliessenden Open-Air treten Acts wie ZZ Top oder Bruce Springsteen auf, für die Besucher werden ganze Herden von Rindern grilliert, und es wird hektoliterweise Bier ausgeschenkt. Die Heimfahrt wird so noch gefährlicher.

Mit Peter Fonda am Tisch

Das weiss Fritz Wagner aus eigener Erfahrung. Bereits zum neunten Mal gehört er als Presse- und Kommunikations-chef dem Organisationskomitee in Dübendorf an. Dreimal fuhr der im Fällander Quartier Benglen wohnhafte Harley-Lenker am Love-Ride in Amerika mit, letztmals 2008. Ein Erlebnis wird der 56-Jährige nie vergessen: «Peter Fonda aus dem legendären Film‹Born To Be Wild› hat höflich gefragt, ob er sich an meinen Tisch setzen darf.»

Wagner sieht den US-Anlass kritisch: «Zuweilen hatte ich inmitten von Harley-Fans Angst. Mit ihrer waghalsigen Fahrweise fordern sie auf dem Highway ihr Schicksal heraus.» Das würde es in der Schweiz nie geben. Die 5000 Fahrer würden sich auf der 60 Kilometer langen Strecke diszipliniert an die Verkehrsvorschriften halten.

In Glendale drehen die Biker an den leistungsstärksten Maschinen ab 900 Kubikzentimetern am Gas. In Dübendorf wird die Strecke auch mit Zweirädern ab 50 Kubik unter die Räder genommen. Wagner begründet: «Bei uns hat eine Vespa dieselbe Berechtigung wie eine Harley in den USA.» In Amerika starten Gruppen zum Privatvergnügen zur Höllenfahrt.

In der Schweiz geht es den Töffbegeisterten vor allem darum, etwas für Muskelkranke zu tun. Der Reingewinn der Veranstaltung stammt hauptsächlich aus dem Verkauf von Tickets, Souvenirs, Essen und Getränken sowie von Bandanas. Ein hoher fünfstelliger Frankenbetrag kommt so zusammen. Der Gewinn zugunsten der Muskelkranken beträgt in der Regel etwa eine halbe Million Franken - bei schönem Wetter. «Falls es am Sonntag regnet, droht eine Einbusse von 150 000 Franken», so Wagner. Den Vergleich mit dem amerikanischen Pendant scheut er nicht: «Im Vergleich zum Teilnehmerpotenzial bezüglich Einwohner in der Greater Area Los Angeles und der Gesamtbevölkerung der Schweiz ist unser Event deutlich erfolgreicher.»

In den USA donnerten die Harley wegen wirtschaftlicher Probleme letztes Jahr nicht über den Highway. In der Schweiz sei die weitere Durchführung sichergestellt, sagt Wagner: «Wir haben uns vor Jahren dazu entschlossen, den Anlass weiter als wohltätige Veranstaltung zu positionieren. Teilnehmen soll man, um muskelkranke Menschen zu unterstützen.» Fritz Wagner auf einer Harley am Love-Ride in Kalifornien. Foto: PD

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