Zum Hauptinhalt springen

In keiner Phase gefordert

Das erste Zürcher Frauenderby der NLA-Fussballsaison war eine einseitige Angelegenheit. Der FCZ siegte bei den Grasshoppers 4:0 und ist damit gleichzeitig neuer Leader.

Von David Schweizer, Niederhasli Man habe im Derby gegen den FCZ nichts zu verlieren und könne unbeschwert auftreten, tönte es aus dem Kreis der GC-Frauen im Vorfeld der Partie. Es gab aber auch nichts zu gewinnen. Zu überlegen war der Favorit, der mit dem 4:0 den 9. Sieg im 10. Saisonspiel feierte und gleichzeitig Kriens als Leader ablöste. Der FCZ musste zwar erneut auf die verletzte deutsche Nationalstürmerin Inka Grings (Achillessehnenreizung) verzichten und war auch ohne die beruflich abwesende 24-fache Schweizer Internationale Selina Zumbühl angetreten. Dennoch führten die Gäste bereits nach nur vier Minuten &endash ohne grossen Aufwand: Ramona Lendemann konnte im Strafraum nur mit einem Foul gestoppt werden. Bettina Baer verwertete den Penalty sicher. Der FCZ sündigte darauf mehrfach fast fahrlässig im Abschluss. Insbesondere Baer (22.), Alicia Brandenberger (31.) und Lendenmann (36.) scheiterten aus aussichtsreichen Positionen. Dies kritisierte auch Trainer Dorjie Tsawa: «Wir waren zu hektisch. In der zweiten Hälfte war es dann bedeutend besser.» So dauerte es bis zur 56. Minute, ehe Fabienne Humm mit einem satten Distanzschuss das 2:0 realisierte. Bis dahin waren die jungen GC-Frauen in keinem Moment nur annährend zu einer Chance gekommen und blieben weiterhin offensiv harmlos. Am Ende sorgten die erst zum zweiten Mal in dieser Meisterschaft eingewechselte Barla Deplazes (84.) und Lendenmann (90.) &endash mit einem weiteren Foulelfmeter &endash aber für klare Verhältnisse. Unter falschem Namen Der Trainer des Verlierers, Zeljko Belanic, setzt noch mehr auf die Jugend als sein vor zehn Tagen entlassener Vorgänger Dominik Helde. Das zeigte sich auch bei den Trikots. Vorne stürmte die erst 15-jährige Mirije Selimi als Müller. «Sie bringt mehr Tempo als Isabelle Hugentobler», begründete er die Nomination. Die bald 31-jährige Hugentobler kam wie schon in der letzten Partie gegen Staad (0:1) nur zu einem Teileinsatz. Doch Selimi war nicht die einzige Junge, die unter einem falschen Namen auflief. Anja Thürig hiess Rutishauser und Carmen Pulver war Fuentes. «Wir haben eben nicht 40 Trikots», sagte Sportchef Sandro Piccirilli. Dem jungen GC fehlten aber nicht nur die richtigen Shirts, sondern vor allem jede Durchschlagskraft. Coach Belanic denkt deshalb auch darüber nach, Flügelspielerin Selina Kuster sowie Captain und Innenverteidigerin Daniela Schwarz am Samstag gegen St. Gallen weiter vorn zu positionieren. Denn bei diesem GC stellt sich die Frage: Wer soll bloss ein Tor schiessen? Überhaupt gehen die Entwicklungen der beiden Zürcher Teams seit einigen Monaten in unterschiedliche Richtungen. Nach einer durchzogenen Saison mit Platz 4 (FCZ) und 5 (GC) haben die einen personell aufgerüstet, die anderen nochmals Substanz verloren. So sass beim FC Zürich Muriel Bouakaz ein weiteres Mal auf der Bank. Ihre namhaften Konkurrentinnen sind Sonja Fuss, Rahel Kiwic und die gestern im Mittelfeld eingesetzte Barbara Beutler. Potenzial, aber keine Punkte Auf der anderen Seite warten die Grasshoppers seit mittlerweile 7 NLA-Spielen oder zwei Monaten auf ein Erfolgserlebnis. Nur die Aufsteiger Schwyz und Schlieren sind nach 10 Runden schlechter klassiert. Auch der Trainerwechsel blieb bisher ohne Effekt. Belanic schwärmt zwar vom grossen Potenzial seiner jungen Spielerinnen. Dies nützt im Moment aber wenig. Denn in den letzten vier Saisonpartien 2011 gegen die Direktkonkurrenten müssen die Zürcherinnen unbedingt punkten. Sonst droht die Abstiegsrunde mit den besten Teams aus der NLB. Bildlegende. Foto: Sabina Bobst Nebulös die Stimmung und düster die Situation bei GC. Die FCZ-Frauen dagegen hatten allen Grund zur Freude. Foto: Sabina Bobst

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch